Familie Heidi und Rainer Scheunemann in Papua
 
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2011-12 Freundesbrief Nr. 33
Papua-Freundesbrief Nr. 33

Waena, Dezember 2011

Ihr Lieben,

VON HEIDI: gerade habe ich unseren letzten Rundbrief nochmal gelesen, damit ich mir wieder in Erinnerung rufen kann, was ich euch schon alles berichtet habe. Dabei habe ich festgestellt, dass Gott uns in den Monaten vor dem letzten Brief wirklich sehr gesegnet hatte, denn offensichtlich war unsere Arbeit recht fruchtbar. In den Monaten nach dem letzten Brief mußten wir wieder einmal erleben, dass Missionsarbeit nicht immer nur erfolgreich und erbaulich ist sondern dass es viele Anfechtungen gibt, die man dann zwar mit Gottes Kraft überwinden kann, die aber trotzdem einiges an Nerven kosten. So manche Enttäuschung tut auch mal vorübergehend richtig weh, bis man sich dann wieder daran erinnert, dass Vergebung das einzige Mittel ist, um Verletzungen richtig zu verarbeiten und zu überwinden. Sprich: Es geht nicht nur in Deutschland, sondern auch auf dem Missionsfeld oft darum, immer wieder neu bereit zu sein, Menschen zu vergeben, die einem weh tun und man muß auch den festen Glauben haben, dass trotz der Trauer über den Betrug durch vermeintliche Freunde oder den offensichtlich so sinnlosen Tod geliebter Menschen und trotz Mißerfolgen im Dienst es totzdem Grund zur Hoffnung gibt, dass alles einen Sinn hat, was man für Jesus tut. (1. Kor. 15:58). Wir stellen fest, dass es sehr wichtig ist, Strategien zur erfolgreichen Frustrationsbewältigung und zur Stärkung des persönlichen Glaubens zu entwickeln, um gewappnet für den geistlichen Kampf auf dem Missionsfeld zu sein.(1 Petr. 5: 7-10). Dies ist ein ganz wichtiger Bereich, der vor allem in der Vorbereitung neu ausreisender junger Missionarsfamilien nicht vernachlässigt werden darf und doch so oft nicht beachtet wird. Insbesondere diejenigen, die nicht an dämonische Mächte glauben (obwohl von deren Existenz ja in der Bibel häufig berichtet wird, gibt es erstaunlich viele Christen und sogar viele Missionare, die nicht daran glauben, dass es Dämonen gibt) erleben auf dem Missionsfeld erschreckend, dass es Satan völlig egal ist, ob die Menschen an seine Existenz glauben oder nicht. Er läßt sie einfach in ihrem falschen Glauben und bekommt dadurch ungehindert die Möglichkeit, Christen anzugreifen und sie davon zu überzeugen, dass sie unfähig sind, ihren Dienst auszuüben, einfach deshalb weil sie noch nicht die Freiheit in Anspruch genommen haben, die sie in Jesus eigentlich haben und weil sie die Vollmacht über dämonische Mächte, die Jesus ihnen geben will aufgrund von Unglauben nicht in Anspruch nehmen. Sie lassen sich von ihren Gefühlen leiten anstatt der Kraft Jesu zu vertrauen. Viele verzweifeln an sich selbst und merken nicht, welche Kraft das Gebet hat, um gegen böse Mächte anzugehen (Yakobus 4:7). Viele Christen, die ihre Vollmacht im Kampf gegen übernatürliche Mächte nicht gebrauchen, sind vom Missionsfeld schon frustriert nach Hause gegangen, weil sie einfach nicht mehr weiterwußten. Aber auch wir, die wir uns sehr wohl der Mächte bewußt sind, die in der Bibel im Epheserbrief im 6. Kapitel Vers 12 beschrieben werden, können unsere Arbeit nicht ungehindert tun, denn Satan versucht ständig, uns fertig zu machen und uns Steine in den Weg zu legen. Wie gut, dass wir wissen, dass man sich mit Jesus dagegen wehren kann, denn er hat für uns sozusagen eine komplette Waffenrüstung vorbereitet (ebenfalls im Epheserbrief Kapitel 6 nachzulesen). Wenn wir von Satan angegriffen werden, sollte uns das ja eigentlich freuen, denn das zeigt ja, dass wir auf dem richtigen Weg sind, denn offensichtlich stört es Satan, wenn die Menschen mit denen wir zu tun haben sich für ein Leben mit Jesus entscheiden. Dennoch ist es auch für uns nicht leicht, immer wieder gegen alle möglichen Angriffe stark zu sein. Bitte betet für uns, dass wir immer wieder genug Kraft bekommen, um Satans Strategien zu erkennen und die richtigen Entscheidungen zu treffen, und im festen Glauben standhaft zu bleiben. Gewöhnlich schreibe ich ja nicht über dieses Thema, da es immer wieder Leser unseres Freundesbriefes gibt, die sich absolut nicht vorstellen können, dass es sowas wie übernatürliche Mächte gibt und deshalb nicht nachvollziehen können, was wir meinen, aber für diejenigen unter euch, die sich darüber im Klaren sind, dass wir euer Gebet brauchen, für diejenigen schreibe ich diese Zeilen. Betet für uns! Das beste Buch, das ich in diesem Zusammenhang in diesem Jahr gelesen habe ist das von Neil T. Anderson: „Der die Ketten sprengt“. Sehr zu empfehlen!

 

Ein paar der traurigen Erlebnisse und Frustrationen, die wir in den letzten Monaten bewältigen mußten, waren folgende:

  1. Ein befreundeter Pilot ist mit seinem Flugzeug in den Bergen von Papua in schlechtem Wetter gegen einen Berg geprallt und abgestürzt. Er uns seine zwei Passagiere sind dabei gestorben. Er war seit 25 Jahren in Papua und einer der Piloten mit der meisten Erfahrung. Auch ich bin schon mehrmals mit ihm ins Hochland geflogen.
  2. Am selben Tag ist die Mutter von Freunden gestorben, nachdem sie am Vortag von einem Motorrad angefahren wurde und dabei mit dem Kopf auf dem Asphalt aufschlug.
  3. Drei unserer großen Hunde wurden in den letzten Wochen von Unbekannten gestohlen und vermutlich getötet, um sie an Restaurants zu verkaufen, die Hundefleisch anbieten. Dies war für Benjamin sehr hart, denn er liebt seine Hunde sehr. Jetzt hoffen wir, dass Blacky (siehe Bild mit Ben) sowie Jane und ihre zwei Welpen nicht auch noch gestohlen werden.
  4. Die neu gewählte Leitung des indonesischen Fußballverbandes hat das nationale Frauen-Fußball-Turnier abgesagt, das im September stattfinden sollte und auf das wir uns seit zwei Jahren vorbereitet haben. Wir wurden vom Papua-Provinzverband betrogen, der eine andere Mannschaft zu den Asienmeisterschaften in Laos im Oktober schicken wollte und es ging natürlich mal wieder um Geld, denn der korrupte Verband wurde von der betreffenden Mannschaft bezahlt. Hätte das nationale Turnier stattgefunden, hätten wir es wohl gewonnen, da wir momentan eine sehr starke Mannschaft haben und wir hätten dann das Recht gehabt als Vertreter Indonesiens in Laos zu spielen. Die Betrügermannschaft, die stattdessen nach Laos ausgesandt wurde, war sehr schlecht vorbereitet und hat in peinlicher Weise in Laos in zweistelliger Höhe verloren. Wieder mal ging es nur um Macht und Geld. Die Spielerinnen wurden nur ausgenutzt.
  5. Die Leitung des Fußballvereins für den wir spielen, hatte uns zwei Sets von Trikots versprochen, aber als wir sie holen wollten, hatten sich bereits andere Leute die Trikots unter den Nagel gerissen und sie waren unauffindbar. Bis heute haben wir noch keinen Ersatz bekommen und müssen nach wie vor fast alle Materialien für die Mannschaft selbst organisieren und bezahlen.
  6. Die Lehrer, die ich für den Mathematikunterricht und den Englischunterricht mit den Fußballmädchen einsetze, mit dem Ziel mehr einheimische Lehrkräfte zu integrieren in diese Arbeit, sind leider nicht sehr zuverlässig. Immer wieder kommt es vor, dass ein Lehrer erst eine Stunde vor dem Unterricht absagt, weil er zu einer anderen Veranstaltung gehen will und dann muß ich doch wieder selbst unterrichten. Ebenso ist es mit einheimischen Trainer-Assistenten für die Fußballmädchen. Es gibt leider kaum Menschen mit Visionen, die bereit sind ihre Zeit und Kraft für die Mädchen zu opfern. Die meisten wollen erst bezahlt werden, bevor sie sich für ihre eignen Leute einsetzen und haben absolut keine Ausdauer. Das ist sehr schade.
  7. Jan mußte im September die Schule wechseln, nachdem er gemeinsam mit ein paar anderen Jungs als Mitläufer an einem „Dummenjungenstreich“ beteiligt war. Alle beteiligten Jugendlichen wurden kurzerhand aus der Schule rausgeschmissen, obwohl sie sofort ihre Tat bereuten. Dieses harsche und unbarmherzige Verhalten der amerikanischen Schulleitung wurde nicht nur von uns, sondern auch von einigen anderen Eltern als völlig überzogen empfunden und die Art und Weise wie mit den Jungs umgegangen wurde, war sehr fragwürdig und für eine christliche Schule wirklich peinlich. Schön war allerdings, dass Jans Freunde zu ihm standen und als er nach Malang (Ostjava) flog, wo er nun in die dortige internationale Schule geht, kamen alle seine Freunde zum Abschied an den Flughafen, obwohl sie dafür die Schule schwänzen mußten. Interessanterweise kam sogar Leiter der Oberstufe zum Flughafen und entschuldigte sich bei mir für die voreilige Entscheidung des Schuldirektors, der sich leider ziemlich seltsam und diktatorisch benommen hat in der Angelegenheit. Komischerweise wurde er allerdings auch von ein paar Eltern unterstützt in seiner Entscheidung, die jetzt von der Gruppe der Andersdenkenden als „Heuchler“ bezeichnet werden. So hat ein gewöhnlicher Streich von Jugendlichen in der Schule für Furore gesorgt. Inzwischen ist sogar der Schuldirektor zurückgetreten, aber das ändert auch nichts mehr daran, dass wir eine riesige Stange Geld bezahlen mußten, um Jan in seiner neuen Schule einzuschulen und dass er nun in einem neuen Umfeld zurechtkommen muß. Jan wohnt jetzt bei der Familie von Rainers Bruder Timo in Malang. Somit mußten wir in diesem Jahr nicht nur von Julia, sondern auch von Jan Abschied nehmen. Aber in den Weihnachtsferien werden wir ihn bei uns haben. Glücklicherweise hat er sich in der neuen Schule gut eingelebt und wegen seiner herausragenden sportlichen Leistungen wurde er sofort in die Schulmannschaft in Basketball und in Fußball berufen.
  8. Als neuer Kirchenchef der größten Kirche in Papua wurde Ende Oktober ein Mann gewählt, dem es sehr um Macht und Prestige geht. Die Wahlberechtigten wurden mit großen Geldgaben und Versprechungen gelockt. Eine ganz traurige Entwicklung. Erfreulich ist, dass wenigstens der Sekretär in der neuen Kirchenleitung ein ehrlicher Mensch ist. Da er sich für wirtschaftliche Entwicklung in den Gemeinden interessiert und im März sogar ganz begeistert an einem meiner Seminare teilnahm, können wir vielleicht wenigstens ein paar Seminare in Gemeinden zusammen organisieren im nächsten Jahr.
  9. Julia macht ja momentan ein Freiwilliges Soziales Jahr bei Operation Mobilisation in Mosbach und fühlt sich dort sehr wohl.  Sie bekam aber im Oktober eine schwere Magenschleimhautentzündung und konnte wochenlang nicht richtig essen. Sie mußte daraufhin zwei Wochen in einer Klinik behandelt werden, weil sie so stark abgenommen hatte durch die Krankheit. Natürlich ist es immer beunruhigend, wenn die Eltern so weit weg sind, wenn ein Kind ins Krankenhaus muß. Wir freuen uns aber, dass es ihr schon wieder besser geht und dass es viele nette Leute gab, die ihr in dieser Zeit geholfen haben. Natürlich vermisst sie Papua und friert ständig, da die Temperaturen in Deutschland einfach nicht mit denen in Papua zu vergleichen sind. Aber ansonsten kommt sie in Deutschland so alleine ziemlich gut zurecht.

 

Es gibt natürlich trotz vieler Frustrationen auch nach wie vor viele Dinge zum Danken. So bin ich zum Beispiel froh, dass die zweite Auflage meines Buches für Unternehmensberatung zum größten Teil gedruckt ist. In den nächsten Tagen müßten die Bücher von der Druckerei in Java schon auf den Weg nach Papua geschickt werden. Die zweite Auflage hat ebenso wie alle Neuauflagen von Rainers Büchern sogar eine ISBN-Nummer und so kann es von überall in Indonesien über den Buchhandel bestellt werden. Für das neue Jahr habe ich schon mehrere Anfragen, Seminare zu machen. Ich freue mich schon sehr darauf. Außerdem ist es toll, dass unserem Ben der Unterricht mit seinem Lernhelfer Benny Spaß macht, so daß er inzwischen sogar freiwillig Französischvokabeln lernt. Oftmals macht er sogar bereitwillig noch nachmittags oder sogar abends mit Benny Unterricht. Erstaunlich!

 

Ein weiteres Highlight ist, dass ich gerade eben die Nachricht bekommen habe, dass ich während unseres Heimataufenthaltes in Deutschland im Juli nächsten Jahres einen Lehrgang für Leistungstrainer beim hessischen Fußballverband mitmachen darf. Ich freue mich riesig. ENDLICH kann ich die C-Lizenz machen. Und dann später will ich auch noch die B-Lizenz und evt. die A-Lizenz in Angriff nehmen um bereit zu sein, die indonesische Frauennationalmannschaft trainieren zu können. Aber erstmal ein Schritt nach dem anderen. Hier in Indonesien ist es einfach sehr wichtig, eine Lizenz nachweisen zu können, wenn man ernst genommen werden will mit seiner Mannschaft. Erfolge allein genügen da nicht. Es ist doch schon auch hier viel Bürokratie im Spiel.

 

Im Oktober fand ein inoffizieller Trainerkurs in Papua statt, zu dem ich unseren Lernhelfer Benny (der auch offiziell mein Assistenztrainer ist), und zwei meiner Spielerinnen angemeldet hatte, ebenso Elly Siep, der seit 7 Jahren bei uns wohnt und inzwischen seine Ausbildung zum Sportlehrer abgeschlossen hat. Alle hatten viel Spaß dabei. Benny macht jetzt Training für ein paar Kids, die immer am Platz herumhängen, wo ich mit den Mädchen Training mache. Jedes mal sind andere Kinder da und Benny bringt ihnen ein paar technische Fertigkeiten bei, die sie noch nie zuvor gelernt haben, denn hier in Papua kommt es selten vor, dass Kinder regelmäßig ins Training gehen. Normalerweise spielen alle irgendwo einfach wild zusammen und wenn ein Turnier ist, dann werden ein paar Kinder zusammengetrommelt und nach dem Turnier ist alles wieder vorbei. Bei diesem „Trainerpraktikum“ kann Benny all das anwenden, was er zuvor bei meinem Training mit den Mädels und im Trainerkurs gelernt hat. Gleichzeitig lernt er schnell Indonesisch, denn er ist ja gezwungen, seine neu erworbenen Sprachkenntnisse sofort praktisch anzuwenden.

 

Die Betreuung meiner Fußballmädchenmanschaft macht mir großen Spaß obwohl es viel Kraft kostet, da ich jeden Tag für die Mädels unterwegs bin. Weil wir regelmäßig recht anspruchsvolles Training machen, die Mädchen sehr talentiert sind und auch sehr gute Kondition haben, gewinnen wir fast alle Spiele (in diesem Jahr haben wir nur zwei Spiele gegen Jungenmannschaften verloren). Montags, Mittwochs und Freitags ist Training oder wir machen Freundschaftsspiele, da es in Papua leider keine richtige Frauenfußballliga gibt. Da wir die Frauenspiele immer hoch gewinnen sind die Spiele gegen Männermann­schaften interessanter und da haben wir schon viermal unentschieden gespielt, einmal 2:0 gewonnen und zweimal 1:2 und 1:3 knapp verloren (einmal gegen Studenten und einmal gegen 15-18jährige Jungs einer Fußballschule). In dem von uns für die Mäd­chen angemieteten Be­treu­ungshaus gibt es jeden Diens­tagnachmittag Mathe­matik­­unterricht, jeden Don­ners­tagnachmittag Eng­lisch­unterricht und an jedem Sams­tag machen wir mit unseren Kleinunter­nehme­r­projekten weiter. Wir haben gerade Wand- und Tischkalender produziert, die wir in Gemeinden verkaufen, um Geld für die Fahrt zu sammeln, die wir Ende des Jahres mit den Mädchen machen werden. Von 26. Dezember bis 11. Januar werden wir mit Ben, Jan, Benny und der ganzen Mannschaft eine Reise nach Papua Barat (die Nachbarprovinz) machen, um dort gegen die stärksten Mädchen- und Frauenteams der Provinz zu spielen. Außerdem ist auch für dort ein Spiel gegen eine Männermannschaft geplant. Um die Fahrt zu finanzieren haben wir u.a. auch Fußballschuhe und Fußbälle günstig in Java her­stellen lassen und verkaufen sie nun hier in Papua. Der Gewinn geht in die Mannschaftskasse. Mit dem Verkauf von Speiseeis haben wir auch schon über 100 Euro Gewinn gemacht. Da jedes Wochenende einige der Mädchen im Be­treuungshaus übernachten, gehen wir dann am Sonntag gemeinsam zum Gottesdienst in eine sehr lebendige Gemeinde. Kürzlich haben die Mädchen im Gottesdienst ein Lied vorgesungen. Es hat sich herrlich angehört und sie waren ganz stolz, dass sie sich getraut haben, denn die Gemeinde ist mit ca. 600 Leuten schon recht groß. Es gibt ja eigentlich kaum kleine Gemeinden hier. Fast jede Kirche ist am Sonntag voll und der Gesang ist einfach toll. Die Leute singen so laut sie können. In der Gemeinde, in die wir gehen besteht ca. die Hälfte der Gottesdienstbesucher aus Kindern und jungen Leuten unter 25 Jahren. Das ist einfach erfrischend. Eine meiner Spielerinnen hat eine wunderbare Stimme und so habe ich zwei Lieder von ihr in Youtube hochgeladen. Ihr könnt ja mal unter ihrem Namen Christin Kaisiri bei Youtube reinhören. Ein großes Talent. Sie ist auch Kapitän unserer Mannschaft und eine begnadete Spielerin im Mittelfeld. Ich würde ihr so sehr wünschen, dass sie mal in Deutschland bei einem vernünftigen Verein trainieren kann um Profispielerin zu werden. Ein anderes riesiges Talent (sie ist der MESSI unserer Mannschaft) ist Erma. Sie ist gerade 15 Jahre alt geworden, aber spielt unglaublich gut. In allen Spielen, die wir gegen Männermannschaften gespielt haben, hat sie regelmäßig die Abwehrspieler zur Verzweiflung gebracht und die Zuschauer in Erstaunen und Begeisterung versetzt.

 

VON RAINER:

Prinzipiell sind wir sehr  froh und empfinden es als Vorrecht, hier in Papua in verschiedenen Bereichen mithelfen zu können. Es gibt viele Dienst-Möglichkeiten und es ist vor allem sehr schön zu erleben wie positiv uns die Menschen hier aufnehmen.  In den inzwischen mehr als 15 Jahren, die wir nun schon in Papua leben, haben wir schon viele Aufs und Abs im Dienst erlebt und wir können wirklich nur staunen und dankbar sein, dass Gott uns hindurchgetragen hat.  Unser Ziel ist immer besonders dort mitzuhelfen, wo die Menschen auch Eigeninitiative zeigen. Wir wollen niemandem Hilfe aufdrängen, sondern dort helfen, wo Not empfunden wird und unser Mitwirken angefragt wird. Wir brauchen immer wieder neu Weisheit und vor allem Geduld in der richtigen Art und Weise zu helfen, so dass den Menschen nicht nur kurz-  sondern auch langfristig geholfen werden kann.

 

In den letzten Monaten sah es zwar hier in Papua auf den ersten Blick friedlich aus, aber dieser Eindruck täuscht, den innerlich brodelt es sehr in den Menschen und so gibt es immer mal wieder politisch-gesellschaftliche Unruhen.  Unruheherde sind momentan die Streiks im Zusammenhang berechtigter Gehaltserhöhungsforderungen der Arbeitergewerkschaft  von Freeport, der größten Gold- und Kupfermine im Land. Bei den Unruhen sind auch einige Arbeiter ums Leben gekommen.  Es kommt auch immer mehr heraus, wie Freeport die lokal stationierten Polizeikräfte  direkt bezahlt und die Polizei deshalb nicht mehr neutral agiert, sondern sich auf die Seite dieser gigantischen Firma stellt. Außerdem entstehen Unruhen aufgrund der starken Unzufriedenheit im Papua-Volk hinsichtlich der verschiedenen sozialen Ungerechtigkeiten und Menschenrechtsverletzungen. Als kürzlich eine große Papua-Konferenz stattfand, wo es in erster Linie um die Rechte der einheimischen Bevölkerung ging, die sich vom indonesischen Staat immer mehr unterdrückt fühlt, griffen die Staatstruppen brutal ein, als einige Papua-Freiheitsführer die Unabhängigkeit Papuas erklärten.  Es gab mindestens drei Todesopfer, Hunderte wurden gefoltert und die Leiter der Konferenz wurden festgenommen  und müssen nun wegen Landesverrat mit langen Gefängnisstrafen rechnen. Hunderte von Schüssen fielen ganz in unserer Nähe, da wir an dem Tag ein Fußballspiel geplant hatten. Unsere Spielerinnen kamen alle mit einem Schrecken davon als sie im Kugelhagel davonliefen. Es ist schon traurig, dass seitens der Regierung jedesmal mit Gewalt auf politisch-soziale Probleme geantwortet wird. Was jedoch sehr neu ist, ist das  große Interesse der Medien, vor allem der verschiedenen Fernsehstationen, die verschiedene Diskussionen hinsichtlich der Papuaproblematik senden. Vor ein paar Tagen gab es sogar eine dreistündige Fernsehdiskussion mit verschiedenen Diskussionsteilnehmern: Regierungsvertreter von Papua und Jakarta, Freeport, Polizei, Menschenrechtskomission, NGO´S die sich für die Menschenrechte in Papua einsetzen, Papuaexperten und Rechtsanwälte. Es war sehr interssant, denn es wurde im Fernsehen noch nie so offen und klar über die tatsächlichen Probleme diskutiert, die das Papua-Volk mit dem indonesischen Staat hat. Als Zusammenfassung wurde gesagt, dass außer den sozial-politischen und menschenrechtlichen Problemen  die in Papua zu finden sind, das Grundproblem darin besteht, das “Indonesien Papua besitzt, aber Papua nicht Indonesien besitzt”. Gemeint ist, dass Indonesien riesige Vorteile von den Bodenschätzen Papuas hat, aber die Papuas selbst nicht viel davon haben. Die Papuas fühlen sich oft als Bürger zweiter Klasse im eigenen Land und ihr Selbstwertgefühl wird stark angegriffen. Es wird eine große Aufgabe für Indonesien sein, diese Situation zu ändern. 

Unseren Dienst beeinflußt der Papuakonflikt vor allem deshalb, weil die Menschen immer mehr die Hoffnung für eine gute Lösung verlieren. Wir versuchen uns dafür einzusetzen (soweit es uns möglich ist), das Selbstwertgefühl der Papuas durch Bildung, Kleinunternehmerberatung und Erfolge im Sport (als Ergebnis unserer intensiven Trainingsarbeit) zu stärken.  

Mein Alltag in den letzten Monaten war in erster Linie durch den Unterricht an der Theologischen Hochschule, im Masterprogramm und in den Abendbibelschulen geprägt. Am ersten Advent konnten wir den Abschluss des 65. Abendbibelschulkurses mit 28 Absol­venten feiern. Es war wirklich ein schöner feierlicher Gottesdienst mit anschließendem gemeinsamen Essen. Für uns ist ein solcher Abschluss immer wieder neu ein Grund zum Danken und wir erhoffen, dass viele Gemeindemitglieder angespornt wurden, sich für den nächsten Jahreskurs anzumelden. 

Außerdem habe ich weiterhin viele Gemeindedienste (nicht nur an Sonntagen). Interessant war vor kurzem  ein Dienst vor ca 1.000 Beamten der Stadt Jayapura, wo auch der Bürgermeister und andere hohe Beamte anwesend waren.  Am Anfang meiner Predigt fiel der Strom im Gebäude aus, so dass die Mikros nicht mehr funktionierten und ich im halb dunklen Saal mit lauter Stimme über das Thema “Einheit im Dienst an der Bevölkerung” sprach. Gott hat mir geholfen und die Atmosphäre war  echt gut! Man muß hier immer flexibel bleiben!

 

Am 11.11.2011 durfte ich beim 100-jährigen Jubiläum der Ankunft des Evangeliums an der Westküste von Jayapura vor ca 2.000 Menschen predigen und singen. Es war wirklich eine große Ehre und es war sehr schön, die freudige Aufnahme der Bevölkerung erleben zu dürfen! Heidi kam auch mit und so fuhren wir morgens um 7 Uhr los. Nach einer 90-minütigen Autofahrt und einer über einstündigen Motorboots­fahrt kamen wir an einem großen sehr schön gelegenem Dorf an einem wunderschönen Strand am Pazifik an. Während des gesamten Gottesdienstes wehte ein starker Meereswind und man konnte im Hintergrund das Rauschen des Meeres hören.

Mitte November hatte ich in Manokwari das Vorrecht an zwei evangelistischen Abenden und an einem Sonntagmorgengottesdienst anläßlich des 50- jährigen Jubiläums einer einfachen, aber sehr lebendigen Gemeinde mit sehr vielen jungen Leuten zu predigen. Ich predigte über die Themen, wie wir Gottes Segen im persönlichen Leben, in der Gemeinschaft mit anderen und im gemeinsamen Dienst praktisch erfahren können. Es war wirklich eine große Freude in dieser sehr stimmungsvollen, frohen und offenen Gemeinde sein zu dürfen und zu den Veranstaltungen kamen jeweils ca. 600 Besucher.     

 

In den letzten zwei Monaten habe ich nebenbei auf den Wunsch meiner Studenten hin wieder mal die Fußball-Mannschaft der theologischen Hochschule als Trainer  übernommen. Mein Ziel dabei ist nicht nur, dass die Studenten gut spielen, sondern vor allem dass sie beim Training einiges dazulernen können, um selbst später in der Jugendarbeit ihrer Gemeinde das Training leiten zu können. Anfang des neuen Jahres wird ein Turnier sein, bei dem diese Mannschaft mitspielen wird.

In dieser Weihnachstszeit habe ich noch sehr viele Predigtdienste vor mir liegen und der Endspurt des Semesters steht bevor.  Sehr herzlichen Dank für alle Unterstützung und Gebete für unseren Dienst! Wir wünschen Euch allen ein gesegnetes Weihnachtsfest!

 

 

Seid alle ganz herzlich gegrüßt von

Rainer, Heidi, Julia, Jan und Ben (+ Lernhelfer Benjamin Rau)

Wenn du unsere Arbeit sinnvoll und wichtig findest und sie deshalb finanziell unterstützen möchtest dann kannst du dies gerne durch eine Überweisung auf unser Arbeitskonto bei der VDM tun, denn durch deine Mithilfe kannst du dazu beitragen, dass wir unseren Dienst hier in Papua fruchtbar (und mit ein paar weniger Sorgen) tun können.  Herzlichen Dank für alles Mitbeten und Mittragen! Bitte beachtet die Missionarsnummer für Überweisungen. Herzlichen Dank!

 

Name: VDM e.V.

Bank: Volksbank Syke

BLZ: 291 676 24; 

Konto: 12 577 600

Verwendungszweck:

AC 260 000 R. und H. Scheunemann, Papua

Für den internationalen Zahlungsverkehr:

BIC: GENODEF1SHR

IBAN: DE33 2916 7624 0012 5776 00

 

Spendenbescheinigungen werden am Ende des Jahres zugestellt. Bitte gebt hierfür bei der ersten Überweisung eure vollständige Adresse an. Ansonsten wird die VDM bei uns nach deiner Adresse fragen und ich nehme an, dass es dir dann recht ist, wenn ich deine Adresse dann zu diesem Zweck weitergebe. Jeder Spender bekommt auch eine Infobroschüre der VDM, in der regelmäßig über die Arbeit der VDM-Missionare berichtet wird.

 

Bitte betet für...

-          ...unsere Tour mit der Fußballmannschaft Galanita Persipura vom 26. Dezember bis 11. Januar (Sicherheit, keine Verletzungen bei Spielen, gute Gemeinschaft, unvergeßliches positives Erlebnis für die Spielerinnen)

-          ...Fernschulunterricht von Ben mit Benjamin Rau (Konzentration, Disziplin, gute Zusammenarbeit)

-          ...Jan in Malang (Ostjava) (Unterricht, gute Freunde,keine Verletzungen bei Fußball und Basketball, Anschluß an ermutigende Gemeinde etc.)

-          ...Julia in Mosbach (bei der Missionsgesellschaft Operation Mobilisation) (Gesundheit, gute Erfahrungen mit Arbeitskolleginnen und auf Missionseinsätzen, Vorbereitung Studienkolleg in Konstanz ab Herbst 2012, Planung für Touristikstudium),

-          ...Bewahrung für Rainer bei allen Predigtdiensten (vor allem bei Fahrten in entlegene Gebiete)

-          ...Seminare für Kleinunternehmerberatung von Heidi (gute Akzeptanz des neuen Buches, ermutigende Erfahrungen und Motivationsschub für Teilnehmer,um Gelerntes in den Gemeinden praktisch umzusetzen)

-          ...Planung Heimataufenthalt Juni bis August 2012 (und geplante Wiederausreise)

-          ...unsere Familie im Allgemeinen (Gesundheit, Kraft, Weisheit für Dienste, Bewahrung vor burn out, usw.)

Unsere Einsatzbereiche in Papua  
  Theologischer Unterricht
Abendbibelschule
Gemeindedienste
Evangelisationen
Kindergottesdienst
Teenclub
Strassenkinderarbeit
Kinder- und Jugendfußballförderung
Indonesische Frauen-Fussball-Nationalmannschaft
Mädchen-Volleyballclubs "Haleluya"
Kleinunternehmerberatung
Strategien zur Armutsbekaempfung
Wirtschaftsschule
Capacity builing (Coaching von Junglehrern)
Leiterschaftstraining
Musik (VCD-produktionen)
Aids-Aufklärung
 
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