Familie Heidi und Rainer Scheunemann in Papua
 
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2011-06 Freundesbrief Nr. 32

Papua-Freundesbrief Nr. 32

Waena, Juni 2011

Ihr Lieben,

 

gerade fällt mir (Heidi) auf, dass unser letzter Freundesbrief im Dezember kurz nach dem Gewinn der Papuameisterschaften mit unserer Fußballmädchenmannschaft auf die Reise ging. Irgendwie scheinen mich die Erfolge unserer Mädels dazu zu motivieren, Freundesbriefe zu schreiben, denn Ende Mai haben wir die erste offizielle Futsalmeisterschaft der Frauen in Papua gewonnen. Das ist sowas wie Hallenfußball. Diesmal war es ein Turnier bei dem es keine Altersbeschränkung gab und so haben viele ehemalige Nationalspielerinnen in den anderen Teams mitgespielt. Umso erfreu­licher war es, dass unsere junge Mädchen­mannschaft mit Spieler­innen, die alle unter 19 Jahre alt sind, trotzdem den Titel geholt hat. Meine Mädels haben in 6 Spielen 60 Tore geschossen. Das war wirklich ein toller Erfolg und wir hoffen, dass wir Ende des Jahres auch bei den nationalen Meisterschaften in Jakarta, wo wir als Papuameister teilnehmen werden, eine gute Figur machen können. Das ist dann wieder auf dem Rasenplatz. Ehrlich gesagt haben wir vor, auch dort Meister zu werden und die Mädels sind schon ganz motiviert. Ich bin mal gespannt, ob das klappen wird. Außer Fußball machen wir mit den Mädchen auch noch andere Dinge, wie zum Beispiel Teenkreis, wo wir über Gott und die Welt reden, Lieder gemeinsam singen und Spiele machen. Außerdem haben wir mit Englisch­unterricht und Mathematik­unterrricht angefangen. Demnächst werden die Mädchen auch Kuchen backen und am Straßenrand verkaufen, um etwas zu den Wohnheimkosten beitragen zu können. Leider hatte unser Nachbar uns doch nicht sein Haus vermietet wie zuvor versprochen, sondern er will es lieber ausbauen und dann teurer vermieten. So haben wir auf dem Gelände eines Frauenzentrums ein kleines Gästehaus angemietet, das jetzt gerade renoviert wird. Ab Mitte Juli geht dann die Vorbereitung für die nationalen Meisterschaften los und da werden wir dann noch häufiger trainieren. Fast wie die Profis. Die Profi-Männermannschaft unseres Clubs Persipura wurde Anfang Juni bereits indonesischer Meister. Rainer hat zum Titelgewinn ein neues Stadionlied gemacht, das beim letzten Spieltag vor ca. 40.000 Zuschauern (bzw. Zuhörern) gleich fünf mal im Stadion abgespielt wurde. (In Youtube zu sehen und zu hören unter dem Titel: „Persipura Tiga Bintang“)Momentan schreibe ich an der zweiten Auflage meines Buches für Kleinunternehmerberatung in Papua. Ich habe sehr viele Änderungen zur ersten Auflage vorgenommen und dabei festgestellt, dass es fast einfacher gewesen wäre ein ganz neues Buch zu schreiben. Es hat aber auch viel Spaß gemacht, alle möglichen Anre­gungen aus Seminaren und von Unter­nehmern, die ich betreut habe, aufzu­nehmen. Besonders gefreut hat es mich, als ich im April im Hochland  war und dort einen Unternehmer besucht habe, den ich 2004 angefangen habe zu beraten, als er noch ein winziges Kiosk in einem Dorf am Stadtrand hatte. Inzwischen hat der Mann dort einen tollen großen Laden und führt verschiedene Bücher, in denen er alle Einnahmen und Ausgaben ordentlich aufschreibt. Er hat sogar gelernt, wie man den Unternehmensgewinn ausrechnen kann. Im Gegensatz zu den meisten anderen einheimischen Kleinunternehmern, die ihren Gewinn schnell für die Befriedigung privater Bedürfnisse ver­prassen, hat Charles Asso seinen Gewinn in sein Unternehmen reinvestiert und es weiter ausgebaut. Ab August diesen Jahres wird er vom Gewinn dieses Geschäftes die Schulausbildung seines Sohnes in der Hauptstadt finanzieren können. Auch mit vielen ehemaligen Mitarbeitern von Oikonomos im Hoch­land hatte ich ermutigende Gespräche und es ist schön zu sehen, dass fast alle Trainingseinheiten noch weiterlaufen und sogar noch weitere neu hinzuge­kommen sind. Momentan gibt es dort auf dem Trainingsgelände ein Beispiel-Kiosk, wo Leute aus den Dörfern, die dort einen kleinen Laden haben, zum Praktikum kommen können, um einfache Buchführung zu lernen. Dort kann man auch in einer kleinen Caféteria Kuchen essen und Kaffee trinken. Der Kuchen wird von jungen Papuamädchen in der Küche nebenan gebacken. Auch Bananenchips, Donats und andere Köstlich­keiten werden dort hergestellt. Ein paar Meter weiter gibt es ein Internetcafe, wo auch Computerkurse angeboten und Schreib­waren verkauft werden. Auch ein Fotokopierge­rät wird dort von einem jungen Papua betrieben. In der Küche des Restaurants, das leckere Speisen und Fruchtsäfte anbietet, ar­bei­ten mehrere Papua­frauen unter der Anlei­tung einer erfahrenen Köchin fleissig daran, verschie­dene Menüs vorzuberei­ten. Um die Ecke gibt es ein Souvenirgeschäft, wo man auch Fahrräder ausleihen oder eine Treckingtour buchen kann. Ein Gästehaus ist gleich daneben. Dort kann man für 20 Euro ein Doppelzimmer mit Frühstück bekommen. Demnächst soll dort noch ein Gartencafé er­öffnet werden, wo man in nachgebauten Honaihütten seinen Kaffee trinken kann. Auf der anderen Seite des Trainingsgeländes ist dann noch eine Solarlampenwerkstatt. Besonders beeindruckt bin ich von der gut florierenden Tischlerei, wo täglich junge Papuas angeleitet werden, Tische, Stühle, Schränke, Betten und vieles mehr herzustellen. Ständig gehen neue Bestellungen ein, da sehr auf Qualität geachtet wird. Die Ausbilder sind erfahrene Tischler aus Manado. All diese Trainingseinheiten sollen den Papuas Möglichkeiten bieten zu lernen wie man ein kleines Unternehmen leitet und wie man einfache Buchführungsmethoden nutzen kann, um den Unternehmensgewinn berechnen zu können. Buchführung ist ein ganz wichtiger Bereich, der besonders betont werden muß, da die meisten Papuas aufgrund schlechter Schulausbildung Schwierigkeiten beim Rechnen haben und oft bei der Festsetzung des Verkaufspreises vergessen, dass auch Transportkosten mitberechnet werden müssen. Aufgrund ungenügender Buch­führungs­kenntnisse erleiden viele Papuaunternehmen heftige Verluste, deshalb habe ich mich in den letzten Jahren bemüht, ein möglichst leicht verständliches Buchführungssystem für den Papuakontext zu entwickeln. Es gibt immer wieder viele Herausforderungen, da die Kultur in Papua Unternehmertum nicht unterstützt, aber unsere Hoffnung ist es dennoch, dass einige der ausgebildeten Papuas anschließend ein eigenens Unternehmen gründen, das sie dann irgendwann ganz selbständig führen können. Individuelle Beratung über lange Zeit hin ist ein Schlüssel zum Erfolg.

 

Anfang Juni bekam ich (Heidi) die Nachricht, dass Pendy Wenda, ein Papuastudent, den ich für ein Stipendium bei einer der bekanntesten Univeristäten für Entrepreneuship in Surabaya vorgeschlagen hatte (Ciputra University), tatsächlich dort aufgenommen wurde. Ich betreue diesen Studenten schon eine ganze Weile und er ist der erste Papua überhaupt, der jemals in diese Universität aufgenommen wurde. Pendy kommt aus dem Hochland und hatte keine einfache Kindheit. In seiner Jugend landete er auf der Straße und führte dort ein chaotisches Leben. Er wurde dort von einem Christen aufgelesen und seit seiner Bekehrung zum Glauben an Jesus Christus hat er eine tolle Charakterveränderung erlebt. Inzwischen ist er ein ehrlicher, fleißiger und zuverlässiger junger Mann, der schon drei Jahre seines Studiums hier an der Küste durch den Verkauf von gebackenem Mais mit finanziert hat. Als ich ihn vor fünf Jahren das erste Mal in einem Unternehmer-Kurs im Hochland unterrichtet habe, hat er gerade gebackene Bananen verkauft. Er will jetzt International Hospitality und Tourism Business studieren, und später in Wamena (im Hochland) mit Freunden ein Gästehaus aufbauen und Trecking-Touren für Touristen anbieten. Auch ein Café oder Restaurant würde er dort gerne führen. Wie man so ein Gästehaus mit Café oder Restaurant führen könnte wird er jetzt in Surabaya lernen. Die Studiengebühren dort sind sehr teuer, aber er bekommt für 100% der Studiengebühren ein Stipendium. Ich saß gerade mit ihm in einem Vortrag eines Dozenten aus Jakarta, als ich die Nachricht der Stipendium-Zusage per Handy bekam. Als ich Pendy mein Handy gab, damit er die Nachricht lesen konnte, rannte er erstmal aus dem Raum, weil er so begeistert war und vor Freude weinen mußte. Nun helfe ich ihm noch bei allen Vorbereitungen und für die Lebenshaltungskosten müssen wir auch noch einen Sponsor finden, aber das wird schon klappen. Er ist ein treuer Christ und will so viel wie möglich lernen. Jetzt hat er dafür die Chance. Es wird aber nicht leicht sein, denn da er der einzige Papua an dieser Uni sein wird, wo sonst fast nur Kinder reicher Chinesen studieren, wird er seine Familie, seine Freunde und seine Gemeinde hier sehr vermissen. Letzte Woche hat er erstmal vier neue Zähne bekommen, die ihm durch eine Autotür ausgeschlagen wurden. Auch dies hat ihm gleich einen Schub für sein Selbstbewußtsein gegeben und ich bin froh, dass ich ihm dabei helfen konnte. Bitte betet mit für Pendy, dass er diese Chance nutzen und ein erfolgreicher Papua-Unternehmer werden kann. Das tolle an dieser Uni ist, dass ganz viele Praktika gemacht werden, so dass man viele praktische Erfahrungen machen kann und auch immer wieder herausgefordert wird, sein Wissen direkt anzuwenden. Die letzten Tage vor seinem Abflug machen wir noch intensiven Mathematikunterricht, denn das Rechnen ist noch nicht so seine Stärke. Allerdings hat er sich in kurzer Zeit schon sehr verbessert. Ich wünsche ihm so sehr, dass er ein Vorbild für viele junge Papuas werden kann.

 

Julia hat am 27. Mai 2011 mit sehr guten Ab­schluß­noten ihren Schul­abschluß an der internationalen Schule in Sentani gemacht. Da sie gerne Fremdsprachen spricht (sie kann sich inzwischen außer in deutsch, englisch und indonesisch auch in französisch und spanisch unterhalten) wird sie in Zukunft wohl irgendetwas studieren, das mit fremden Sprachen und Kulturen zu tun hat. Zunächst wird Julia allerdings in Mosbach in der Zentrale der Missionsgesellschaft „Operation Mobilisation“ (OM) ein freiwilliges soziales Jahr (FSJ) absolvieren, worauf sie sich schon sehr freut. Am 12. Juli fliegt Julia von Bali aus (wo wir noch einen kurzen Familienurlaub machen werden zum Abschied) nach Deutschland, wo sie noch Zeit haben wird Familie und Freunde zu besuchen. Am 22. August fängt sie dann in Mosbach mit dem FSJ an. Dieses Jahr wird ihr helfen, sich wieder ganz in der deutschen Kultur einzufinden, aber ihr auch gleichzeitig weitere Möglichkeiten bieten, mit Menschen aus anderen Kontinenten und Kulturen Kontakte zu knüpfen. Sicher wird sich dann auch im Laufe dieses Jahres herausstellen, was und wo sie dann anschließend studieren wird. Julia freut sich schon sehr auf Deutschland aber natürlich ist sie auch traurig, dass sie ihre „Heimat“ Papua, ihre Familie und ihre Freunde hier verlassen muß. Ein Höhepunkt für Julia war noch, dass sich ihr Traum verwirklicht hat, in einem Dschungelfluß getauft zu werden. Sie hatte sich dies schon lange gewünscht und auf ihrer Klassenfahrt in den Dschungel von Papua, wo die Schüler der internationalen Schule in einem Dorf geholfen haben, eine Flugpiste zu bauen und Wasserleitungen zu verlegen, gab es an einem Sonntag eine Taufe und Julia wurde an diesem Tag zusammen mit einer Schulfreundin aus Papua Neuguinea und einem jungen Mann aus dem Stamm der Moi dort getauft. Es war ein unvergessliches Erlebnis für sie. Wer von euch den Film „Dschungelkind“ gesehen hat kann sich in etwa vorstellen, wie es dort aussah, wo Julia getauft wurde.

 

Jan ist uns inzwischen allen über den Kopf gewachsen. Er ist der Größte in seiner Klasse und spielt sehr erfolgreich Basketball in der Schul­mannschaft. Auch bei allen anderen sportlichen Aktivitäten ist er immer mit dabei. Fußball ist neben Basketball seine große Leidenschaft. Benjamin ist gerade in einer Wachstumsphase und auf dem Weg in die Pubertät. Er macht noch Fernschule zu Hause mit unserem Lernhelfer Christoph Danker (siehe Familienfoto mit Christoph am Ende des Freundesbriefs), der einen super Job als „Löwenbändiger“ vollbracht hat und uns allerdings auch bald verlassen wird, um zum Studium nach Deutschland zu gehen. Ein Jahr wird Benjamin dann noch Fernschule machen und wieder einen neuen Lernhelfer von Co-Workers International bekommen, der ebenso wie Christoph auch beim Training der Fußballmädchen mithelfen wird. Der neue Lernhelfer heißt auch Benjamin. Das wird lustig werden. Ab nächstem Jahr will unser Benjamin dann auch auf die internationale Schule wechseln. Die Kinder lernen dort natürlich hervorragend englisch, was ihnen für ihren weiteren Lebensweg sehr helfen wird. Auch ist es immer eine tolle Sache, mit Menschen aus vielen verschiedenen Kulturen zusammen lernen zu können. An der internationalen Schule haben die Kinder Freunde aus Papua, Papua-Neuguinea, Korea, China, Amerika, Kananda, Australien, Holland, Singapore, Malaysia, usw. Benjamin macht es viel Spaß mit meiner Mädchenmannschaft Futsal in der Halle und auch Fußball auf dem großen Platz zu trainieren, denn er meint, dass manche der Mädchen besser spielen als viele Jungs in seiner Mannschaft, wo er zweimal die Woche trainiert. Ich denke allerdings eher, dass es daran liegt, dass der Trainer seiner Mannschaft leider ein ziemlich langweiliges Training macht. Sonntag nachmittags spielt Ben dann immer Fußball an der internationalen Schule, um Kontakte mit den Kindern dort aufzubauen. Benjamins Traum ist es, mal in einem Fußballinternat zu spielen, um dann Profispieler wie der Barcelona-Star Messi zu werden. Das Talent hat er auf jeden Fall. Leider gibt es aber in Papua noch keine vernünftigen Fußballschulen.

Benjamin liebt Tiere, vor allem Hunde. Momentan haben wir vier ausgewachsene Hunde und fünf Welpen. Außerdem drei Katzen und vier Kanninchen. Ein richtiger kleiner Zoo. Wie gut, dass die Hunde hier frei herumlaufen können. Einbrecher trauen sich auf diese Weise jedenfalls nicht in unser Haus.

 

Traurige Entwicklungen gibt es auch jede Menge in Papua. In letzter Zeit steht jede Woche in der Zeitung ein Bericht über einen mysteriösen Mordfall irgendwo in Papua. Ermordete Menschen werden in Flüssen oder in Wäldern aufgefunden. Daneben stehen dann die Meldungen über den neuesten Unfall auf der Hauptverkehrsstraße, wo wieder mal ein betrunkener Motorradfahrer ohne Helm in einen Lastwagen gefahren und dabei gestorben ist. Letzte Woche ist ein junger Mann in Polizeigewahrsam gestorben nachdem er zusammengeschlagen wurde. Heute ein Bericht über zwei jugendliche Motorradfahrer die ineinandergefahren und dabei beide gestorben sind. Es ist so traurig, wie Menschenleben so weggeworfen werden. Auch die Anzahl der Papuas, die an HIV-Aids erkranken und daran sterben steigt in rasantem Tempo. Vor allem im Hochland sind auch schon sehr viele Schüler der Oberschulen infiziert. Es ist erschreckend, wie die jungen Menschen, die ahnungslos vom Dorf in die Stadt kommen, wo Alkoholgenuß und freier Sex so langsam zur Gewohnheit wird, unaufhaltsam ins Verderben gerissen werden. Obwohl es ein Verbot gibt, im Hochland Alkohol zu verkaufen, gibt es dennoch genügend selbstgebraute alkoholische Getränke, die im Umlauf sind. Die meisten Gewalttaten in Papua werden nach übermäßigem Alkoholeinfluß begangen. Bitte betet für Papua! Es wird jedes Jahr schlimmer anstatt besser und die Regierung tut der Bevölkerung nicht gerade einen guten Dienst, indem sie Geld unters Volk streut, denn dieses Geld wird meist für Konsumgüter genutzt, anstatt für die Ausbildung von Kindern investiert. Letzte Woche war ich bei einer Konferenz über Ausbildung in Papua. Ich hoffe, dass viele der guten genannten Ideen umgesetzt werden. Mit einigen der Leiter arbeite ich schon eine Weile zusammen. Besonders begeistert bin ich von den Ideen von Prof. Yohanes Surya, der vorhat mit seinem Mathematikprogramm das Schulsystem in Papua zu revolutionieren. Meine Fußballmädchen unterrichte ich bereits mit den Büchern von Prof. Surya und sie lernen sehr schnell und haben richtig viel Spaß dabei.

 

Rainer: Wieder einmal ist ein Unterrichtssemester an der theologischen Hochschule zuende gegangen. Ich kann echt erleichtert und dankbar sein. Es sind nicht nur die zwei regulären Unterrichtsfächer, sondern auch weitere vier Fächer im Magisterprogramm, die zum Teil eine neue Herausforderung bedeuten, aber mir auch Freude bereiten, da ich viel Neues dazulernen kann. Nun kann ich mich auch ein wenig anderen Aufgaben widmen. Zur Zeit bin ich dabei Martin Müller bei sprachlichen Korrekturarbeiten der indonesischen Version seiner Dissertation zu helfen, in der es um Kultur und ökonomische Entwicklung in Westpapua geht.    

 

Die Entwicklung bei den Abendbibelschulen ist weiterhin gut und wir konnten den 61. Jahreskurs abschliessen mit nunmehr insgesamt 1916 Absolventen. 12 Klassen laufen derzeit und es ist einfach eine Freude die Begeisterung der Teilnehmer zu sehen, die sich zurüsten lassen wollen. Wir sind auch besonders für die vielen Bewahrungen auf den Fahrten dankbar. So waren Herr Heumassy und ich zum Absolvierungsgottes­dienst in Tembagapura. Die Fahrt dorthin zum Standort der Kupfer- und Goldmine gilt als gefährlich, d.h. man benötigt extra Geleitschutz. Auch eine 21 Kilo schwere Panzerweste muss angelegt werden. So wurden wir von einem Sicherheitswagen gefahren. Eine Woche später wurde dieses Auto in dem auch wir gefahren waren von Unbekannten beschossen, mit Benzin übergossen und verbrannt, wobei zwei Personen ums Leben kamen, die ich gut kannte. Es war für uns ein Schock und stimmt uns sehr traurig wie Menschen einfach so umgebracht werden. 

 

Anfang Februar wurde ich nach Wondama eingeladen, wo durch grosse Überschwemmungen die Hälfte der kleinen Stadt Wasior zerstört wurde und 86 Menschen ums Leben kamen.In den drei Gottesdienstveranstaltungen habe ich Gottes Hilfe auf wunderbare Weise erleben dürfen, so dass viele Menschen trotz der schweren Umstände Trost und neue Zuversicht bekommen konnten. Vor allem wurde ich selber von den Glaubenszeugnissen der Menschen dort gestärkt.

 

Mitte März wurde im Westen der Insel Biak in Wardo das 100-jährige Jubiläum der Ankunft des Evangelimus mit ca. 6.000 Gemeindemitgliedern gefeiert. Es war für mich eine grosse Ehre, die Festpredigt halten zu dürfen. Die Feier ging von Morgens um 9 bis Nachmitags um 17 Uhr und es wurde viel gesungen und getanzt. An Ostern gab es wieder eine grosse Veranstaltung in Biak, diesmal in der Maranatha-Kirche. Dort wurde die Einweihung einer Kirchenglocke aus Deutschland mit einem Gottesdienst gefeiert, wo ich die Festpredigt halten durfte. Es waren ca. 2500 Menschen anwesend. Der Landrat, Sekretär und Parlamentsleiter von Biak waren auch dabei. Nach dem Gottesdienst konnte ich mit ihnen über einige kirchliche, politische und sportliche Entwicklung in Biak sprechen.   

 

Im April konnte ich eine MP3 CD mit 80 größtenteils von mir selbst geschriebenen Liedern herausgeben. Beigefügt ist ein kleines Liederheftchen mit Texten von allen Liedern. Es ist eine Sammlung von Liedern über Papua auf indonesisch, außerdem Lieder in verschiedenen Stammessprachen, Weihnachtslieder, Fussballlieder fürs Stadion für die Papuamannschaften Persipura und Persiwa (die zwei Profivereine in Papua) und ein paar Lieder auf englisch und deutsch. Ich gebe die CD oft auch als Geschenk weiter um Menschen durch die Lieder zu ermutigen.

 

Im Mai waren der Leiter der Abendbibelschule Herr John Heumassy (Foto links) und ich für zwei Wochen in Deutschland. Der Anlaß waren ausführliche Augenuntersuchungen von Herrn Heumassy bei einem mit meinen Eltern befreundeten Augenärzteehepaar. Es war wirklich ein Geschenk Gottes, dass die Abendbibelschule dafür Geld bereitgestellt hat und wir günstige Tickets bekamen. Herr Heumassy hatte als Beifahrer zwei schwere Autounfälle, welche zur Erblindung seines rechten Auges führten. Im Jahr 2000 konnte das linke Auge gerade noch rechzeitig auch Dank einiger Unterstützer aus Deutschland durch eine OP gerettet werden. Das linke Auge ist jedoch dennoch in Gefahr zu erblinden, so dass eine umfangreiche Untersuchung mit einer Prognosenerstellung für die Zukunft von Nöten war.Wir sind sehr froh und dankbar, dass die Untersuchungen gut verlaufen sind. Herr  John Heumassy, der im Alter von 60 Jahren zum ersten Mal im Ausland war, genoß die Zeit in Deutschland sichtlich. Er war tief gerührt von der Hilfsbereitschaft des Augenärzteehepaares und der Freundlichkeit, die er von vielen deutschen Glaubensgeschwister erfahren durfte. Wir konnten sogar einige Fahrten beim schönsten Sonnenschein an der Mosel, der Lahn und in den Schwarzwald machen. Es war herrlich, ihn zu beobachten wie er sich an vielen Kleinigkeiten so erfreuen konnte. Und er liebt das deutsche Brot! Auch die Zeit mit meinen Eltern (rechts auf dem Foto bin ich mit meinem Vater zu sehen),  meinen Schwiegereltern und meiner Schwester Silke war wirklich schön.

 

Gerade komme ich von einem großen gemeinsamen Pfingstgottesdienst zurück, der am Ufer des schönen Sentani-Sees mit herrlicher Bergkulisse auf der anderen Seite stattfand, und an dem ca 5.000 Menschen teilnahmen. Der Gottesdienst dauerte ca 4 Stunden mit 25 Chören. So etwas ist immer wieder ein besonderes Erlebnis. Ich bin Gott sehr dankbar, das er mir die richtigen Worte zur Predigt gab! Ich sang auch ein selbstkomponiertes Lied in der Sentanisprache worüber die Menschen sich freuten.

 

Seid alle ganz herzlich gegrüßt von

Rainer, Heidi, Julia, Jan und Benjamin (+ Lernhelfer Christoph Danker)

Wenn du unsere Arbeit sinnvoll und wichtig findest und sie deshalb finanziell unterstützen möchtest dann kannst du dies durch eine Überweisung auf unser Arbeitskonto bei der VDM tun.  Herzlichen Dank für alles Mitbeten und Mittragen! Bitte beachtet die neue Missionarsnummer für Überweisungen. Herzlichen Dank!

 

Name: VDM e.V.

Bank: Volksbank Syke

BLZ: 291 676 24; 

Konto: 12 577 600

Verwendungszweck:

AC 260 000 R. und H. Scheunemann, Papua (NEU!!!)

Für den internationalen Zahlungsverkehr:

BIC: GENODEF1SHR

IBAN: DE33 2916 7624 0012 5776 00

 

Spendenbescheinigungen werden am Ende des Jahres zugestellt. Bitte gebt hierfür bei der ersten Überweisung eure vollständige Adresse an. Ansonsten wird die VDM bei uns nach deiner Adresse fragen und ich nehme an, dass es dir dann recht ist, wenn ich deine Adresse dann zu diesem Zweck weitergebe. Jeder Spender bekommt auch eine Infobroschüre der VDM, in der regelmäßig über die Arbeit der VDM-Missionare berichtet wird.

 

 

Bitte betet für...

-          ...die Mädchen der Fußballmannschaft Galanita Persipura U-19

-          ...ein gesegnetes FSJ von Julia in Mosbach

-          ...gutes Gelingen der 2. Auflage von Heidis Buch für Kleinunternehmerberatung und „fruchtbare“ Seminare

-          ...ein erfolgreiches Studium von Pendy Wenda in Surabaya

-          ...ein gutes neues Schuljahr für Benjamin und Jan

-          ...reichen Segen durch den Unterricht in den Abendbibelschulen in Papua

-          ...Bewahrung für Rainer bei allen Predigtdiensten (vor allem bei Fahrten in entlegenen Gebieten)

-          ...unsere Familie im Allgemeinen (Gesundheit, Kraft, Weisheit für Dienste, usw.)

 

Unsere Einsatzbereiche in Papua  
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Wirtschaftsschule
Capacity builing (Coaching von Junglehrern)
Leiterschaftstraining
Musik (VCD-produktionen)
Aids-Aufklärung
 
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