Familie Heidi und Rainer Scheunemann in Papua
 
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2010-12 Freundesbrief Nr. 31

Papua-Freundesbrief Nr. 31 

Waena, Jahresende 2010

Ihr Lieben,

kurz vor Neujahr gibts den wohl kürzesten Rundbrief aller Zeiten von uns. Während wir jeden Tag dreimal durchgeschwitzt die Klamotten wechseln müssen, schwitzt ihr wohl momentan höchstens beim Schnee schippen. Hoffentlich gehört keiner von euch zu den Verkehrsunfallopfern dieser letzten eisigen Wochen.

Voller Begeisterung wollen wir euch unbedingt noch in diesem Jahr die sensationelle Nachricht weitergeben, dass wir am 1. Dezember mit unserer Mädchenfußballmannschaft beim offiziellen Provinz­turnier Papuameister geworden sind. Und nicht nur das: Eine unserer Spielerinnen wurde auch Torschützenkönigin und wenn es die Auszeichnung beste Spielerin gegeben hätte dann hätte dieser Preis unserer 14-jährigen Spielerin Erma Karafir zugestan­den, die unglaublich gut gespielt hat.  Sie wird garantiert in den nächsten Jahren in der indonesischen Frauen-Nationalmannschaft spielen, wenn der nationale Verband endlich mal auf die Idee kommen sollte, eine solche Mannschaft vernünftig zu fördern. Aufgrund dieses Turniersieges haben wir das Recht erkämpft im nächsten Jahr an den nationalen Meisterschaften in Jakarta teilnehmen zu dürfen. Dort habe ich (Heidi) im Jahr 2005 schon einmal als Spielerin für Papua teilgenommen und es war toll, dass wir damals die nationale Meisterschaft gewinnen konnten. Es wäre schön, wenn wir nächstes Jahr auch mit unserer sehr jungen Mannschaft den Titel nach Papua holen können. Da die Papuaspielerinnen generell die besten Spielerinnen Indonesiens sind, hatte im September dieses Jahres in Jakarta auch eine Papuamannschaft gewonnen, nämlich die Hochlandmannschaft Persitoli Tolikara. Interessanterweise war das die Mannschaft, die wir im Finale des Provinzturniers vor circa 3.000 Zuschauern mit 3:0 geschlagen haben. Unsere Mädels waren alle superstolz und wir waren auch als Trainerteam sehr dankbar, dass Gott uns die Geduld geschenkt hatte, nicht im Dschungel der korrupten Funktionäre und bestechlichen Schiedsrichter zu verzweifeln. Wir mußten immer mit mindestens zwei Toren Abstand gewinnen, um sicher zu gehen, dass wir nicht noch in den letzten Minuten wegen eines nicht berechtigten Elfmeters verlieren, der in solchen Fällen gerne für die Mannschaft gegeben wird, die den Schiri am besten bezahlt hat. Das liegt einfach daran, dass viele Hochlandmannschaften einen großen Batzen Geld von ihrem Landrat bekommen haben, um dieses prestigeträchige Turnier zu gewinnen. Und dafür sind manchen Leuten so ziemlich alle Mittel recht. Mir wurde zweimal von einem Schiedsrichter das Angebot unterbreitet, uns gewinnen zu lassen. Ich habe beide Male dankend abgelehnt und anschließend hat der betreffende Schiri jeweils deutlich gegen uns gepfiffen, weil die gegnerische Mannschaft sein Angebot wohl angenommen hatte. Da wurde zum Beispiel auch mal ein reguläres Tor von uns einfach aberkannt und erstaunlich viele unberechtige Freistöße sowie ein Elfmeter für die gegnerische Mannschaft gegeben. Tja, es wird noch eine Weile dauern, bis Indonesien im Fußball mit Europa mithalten kann. Wir sind aber auf einem guten Weg, den Mädchen zu zeigen, dass man mit Ehrlichkeit, Disziplin, Gottvertrauen und einem starken Durchhaltevermögen auch vieles erreichen kann. Da unsere Stadtregierung aber leider nicht so spendabel ist wie die Hochlandregionen zahlen wir immer persönlich viel drauf. Das sind uns die Mädchen aber auf jeden Fall wert. Nachdem wir von den Eltern der Spielerinnen zu einer gemeinsamen Feier mit leckerem Essen eingeladen wurden, wo wir auch eine Menge Fotos vom Turnier gezeigt haben und auch Videos von holländischen Freunden gezeigt haben, die ein Interview mit Rainer und mir gefilmt haben und die die Mädels gefilmt haben als wir in Deutschland waren (die Videoclips gibts bei YOUTUBE, Stichwort „Galanita Persipura“ zu sehen), ging diese Woche der Trainingsalltag weiter. Bei Vor­berei­tungs­spielen zum Turnier hatte ich noch eine sehr gute Abwehr­spielerin entdeckt, die heute zum ersten mal im Training war. Sie hat nur drei Jahre die Grundschule besucht und hütet seither Schweine. Ansonsten hat sie wohl nur Fußball gespielt, denn sie kann die Bälle über den halben Platz dreschen, was manchmal gut ist, wenn man gegen einen star­ken Gegner mal etwas Luft braucht. So langsam haben wir ein richtig gutes Team zusammen und überlegen uns, wie wir die Truppe auch schulisch besser fördern können. Da gibts noch einiges zu tun. Seit 20. Dezember wohnt eine der Spielerinnen für drei Wochen bei uns, weil sie aus einer weit entfernten Gegend kommt und sonst an Weihnachten ganz alleine gewesen wäre, da sie hier in der Umgebung keine Familie hat. Sie hat Freudensprünge gemacht, als ich ihr gesagt habe, sie könne die ganzen Schulferien bei uns verbringen. Außerdem wohnt auch meine indonesische Freundin Lina bei uns, die unseren Lernhelfer Christoph in indonesisch unterrichtet und super kochen kann. So bekommen wir immer mal wieder ein herrliches Mahl bereitet (so zum Beispiel an Heiligabend). Auch Julias langjährige Freundin Sarce wohnt mal wieder für ein paar Wochen bei uns und so ist immer gut was los. Gestern brachte dann Benjamin mal eben noch zwei Freunde mit und hat sie auch gleich zum Übernachten eingeladen. Manchmal kommt man sich vor wie auf dem Bahnhof, aber wenn man in Papua lebt und gute Kontakte zur Bevölkerung pflegen will, dann kann man sich das Wort „Privatsphäre“ schnell aus dem Vokabular streichen. Geduld und Flexibilität sind angesagt und ab und zu brauchen wir davon eine Extraportion. Als dann aber an Heiligabend ein ungefähr 16jähriger Junge bei uns auftauchte, den wir erst zwei Tage vorher bei einem Strandbesuch kennengelernt hatten und der aber meinte, er wollte jetzt auch noch bei uns wohnen (und zwar für immer!), da haben wir dann doch mal gesagt, dass das nicht geht... trotzdem fühlt man sich hinterher irgendwie schlecht.

Aufgrund der Pläne mit der Mädchenmannschaft und weil unsere Nachbarn gerade umziehen, werden wir ab Ende Januar unser Nachbarhaus anmieten und als Wohnheim für die Fußballmädchen umgestalten. Dafür brauchen wir natürlich auch noch Sponsoren, aber so eine Gelegenheit bietet sich nicht alle Tage. Das Haus muß zwar erst renoviert werden aber es hat viele Zimmer und die Miete kostet nur umgerechnet 1.300 Euro für ein ganzes Jahr. Die Schul- und Lebenshaltungskosten für die Kinder, die wir dort aufnehmen werden müssen halt noch zusammenkommen. Ich schätze dafür brauchen wir so ca. 10-15.000 Euro pro Jahr. Also wenn ihr dafür was geben wollt, dann spendet bitte eifrig auf unser VDM-Konto. Danke. Je mehr Geld reinkommt, desto mehr Spielerinnen können wir aufnehmen, denn viele wohnen sehr weit weg und können deshalb nicht regelmäßig ins Training kommen oder sie wohnen ohnehin in so chaotischen Verhältnissen, dass ein Wohnheim auch Schutz vor sexueller Belästigung bietet. Die Mädchen, die kaum schulische Förderung bekommen haben, wollen wir wieder in eine Schule eingliedern. Zwei indonesische Freundinnen von mir werden dort als Betreuer fungieren und wir können dann auch stundenweise junge einheimische Lehrer anstellen, die Nachhilfe in Mathematik, Englisch und Computernutzung geben. Das war ohnehin schon lange ein Wunsch von mir, solch ein Wohnheim zu starten. Regelmäßiges Training ist dann auch wesentlich einfacher zu organisieren. Nebenbei kann ich mit den Kindern dann auch Kleinunternehmerprojekte starten. Ich bin gespannt.

Von Rainer:

Dankbar kann ich auf das Jahr 2010 zurückschauen, wo wir 8 Abendbibelschulklassen absolvieren konnten.

Die letzte Klasse mit 47 Absolventen konnten wir am 12. Desember beim 3. Adventsgottesdienst  in Jayapura aussenden. Ich hatte die Ehre die Predigt zu halten, und ich predigte gemäss der Adventszeit aus Lukas 1,46-55 (Marias Lobgesang –Magnificat). Dabei betonte ich fünf Aspekte:

1. Die Freude und das Bekenntnis von Maria: Gott ist ihr persönlicher Retter (46-47)

2. Marias persönliches Dankeslob: Gott hat sie für würdig erachtet und sie zum Segen gesetzt (48-49a)

3. Marias Dankeslob über das Wesen Gottes: Seine Macht, Heiligkeit und Gnade (49a-50)

4. Marias Dankeslob über die Heilstaten Gottes in der Menschheitsgeschichte: Gott stürzt die hoffärtigen Herrscher, erhöht die Niedrigen und sättigt die Hungrigen (51-53)

5. Die Gewissheit der Hoffnung durch das Kommen des Messias: Auf Gottes Zukunft ist Verlass (54-55).

Gerade dann, wenn unser Blick oft verengt ist, ist es wichtig auf die Grösse und die Werke Gottes zu schauen.  Zugleich ist es gut zu wissen, dass Gott letztlich der Herrscher der Welt ist und er sich an den Menschen gnädig erweist. Ermutigend ist auch, dass Gott jeden Menschen adelt und Gott durch jeden Menschen wirken kann. Daher können wir auch realistisch in der Christusnachfolge stehen: wir werden nicht auf den Himmel vertröstet (so Karl Marx), sondern werden vom Himmel getröst! Das Wesen und Handeln Gottes soll uns ein Vorbild sein, um den Menschen in umfassender Weise in gnädiger Zuwendung Heil zu bringen: Die Frohe Botschaft der Rettung sowie Beistand für die Armen, Unterdrückten und Entrechteten. 

Für das kommende Jahr haben wir für die Abendbibelschule etwas grösseres vor. Es ist geplant dass in Sorong (im westlichsten Teil von West-Papua) 3 grosse Abendbibelschulklassen mit allen Kirchenältesten der Evangelischen Kirchen eröffnet werden sollen. Jede Klasse wird wohl mehr als  100 Teilnehmer haben. Dies wäre ein grosser Durchbruch in der Zurüstung der Kirchenältesten für den Dienst in den Gemeinden. Zugleich ist es auch eine Anerkennung der bisherigen Qualität der Absolventen der Abendbibelschulklassen, so dass auf Wunsch der Gemeindemitglieder solche Kurse jetzt im gesamten Kirchenkreis durchgeführt werden sollen. Insgesamt werden im kommenden Jahr 14 Klassen in ganz Papua in der Unterrichtsphase sein. Ansonsten werde ich an der Theologischen Hochschule der Evangelischen Kirche in Papualand im kommenden Semester zwei Fächer im Diplomstudiengang unterrichten und ein Fach im Magisterprogramm.

Anfang November wurde ich als Redner zur 10. Asienmissionskonferenz der „Asian Missions Association“ (AMA) in Jakarta eingeladen. Insgesamt waren es 1.250 Teilnehmer: 900 aus Indonesien und 350 aus verschiedenen Länder Asiens. Es war für mich eine grosse Ehre (als jüngster Redner und einziger Westler neben Professor Peter Beyerhaus, der mein Doktorvater war) dort sprechen zu dürfen. Ich hielt einen Vortrag über die gegenwärtigen Herausforderungen der Missionspraxis in Indonesien, der sehr positiv aufgenommen wurde. Vor allem hat es mich gefreut, dass die Teilnehmer mich wie einen Asiaten angesehen haben.

Die Weihnachtszeit ist gefüllt mit vielen Predigtdiensten. Diese Zeit ist jedes Jahr eine hervorragende Möglichkeit das Evangelium vielen verschiedenen Menschen weitergeben zu können. So konnte ich z.B. zu etwa 4.000 Menschen aus Toraja (Süd-Sulawesi) predigen, die im Umkreis von Jayapura leben. Ich wurde zu Weihnachstfeiern des Stadtregierung, der Landkreisregierung und beim Gouverneursbüro eingeladen, wo sogar viele Muslime teilnahmen. Bei einer kleineren Weihnachtsfeier mit etwa 500 Leuten im Provinzkrankenhaus konnte ich zu den Ärzten, Krankenpflegern und Mitarbeitern sprechen.  Es ist immer eine Freude, die Offenheit der Menschen erleben zu dürfen.  

Da die Provinz Papua die höchste HIV-AIDS Rate von ganz Indonesien hat, ist verstärkte Aufklärungsarbeit zur Reduzierung von HIV-AIDS-Ansteckung von Nöten. Eine große Thematik mit der wir uns als Dozenten der Theologischen Hochschule derzeit gemeinsam mit dem Gesundheitsamt beschäftigen ist die, wie man aktuelle Forschungsergebnisse über geeignetete Präventivmaßnahmen bei Aufklärungsveranstaltungen für die Bevölkerung verständlich wetiergibt. Ein Thema, das momentan heiß diskutiert wird, ist die männliche Beschneidung als weitere Maßnahme um die HIV Infizierungsgefahr zu vermindern. Theologisch-gesundheitlich gesehen ist dies auch gar kein Problem. Es muss jedoch darauf geachtet werden, dass kein religiös-kultisches Missverständnis auftritt. In einer Gesellschaft mit animistischen Hintergrund kann leicht die Beschneidung  als automatischer „Segensbringer“ verstanden werden  oder es kann sogar geschehen, dass die Kirche beschuldigt wird, an der HIV-AIDS Misere mitschuldig zu sein, weil sie bisher noch keine Beschneidung propagiert hat. Außerdem muss auch darauf geachtet werden, dass die neu eingeführte Beschneidungspraxis nicht als eine Art „Lizenz zur sexuellen Zügellosigkeit“ verstanden wird.  Wir sind daher auch sehr bemüht mit verschiedenen Religionsführern und Stammeshäuptlingen zusammenzuarbeiten, so dass es letztlich zu einem gemeinsamen Entschluss kommt und wir gemeinsam das Gesundheitsamt der Papua-Provinz bei seinen Aufklärungsbemühungen unterstützen können.

Seid alle ganz herzlich gegrüßt von Rainer, Heidi, Julia, Jan und Benjamin

Wenn du unsere Arbeit gut und wichtig findest und sie deshalb finanziell unterstützen möchtest dann kannst du dies durch eine Überweisung auf unser Arbeitskonto bei der VDM tun.  Herzlichen Dank für alles Mitbeten und Mittragen!

 

Name: VDM e.V.

Bank: Volksbank Syke

BLZ: 291 676 24; 

Konto: 12 577 600

Verwendungszweck: Miss.-Nr. 260 R. und H. Scheunemann, Papua

Für den internationalen Zahlungsverkehr:

BIC: GENODEF1SHR

IBAN: DE33 2916 7624 0012 5776 00

Spendenbescheinigungen werden am Ende des Jahres zugestellt. Bitte gebt hierfür bei der ersten Überweisung eure vollständige Adresse an. Ansonsten wird die VDM bei uns nach deiner Adresse fragen und ich nehme an, dass es dir dann recht ist, wenn ich deine Adresse dann zu diesem Zweck weitergebe. Jeder Spender bekommt auch eine Infobroschüre der VDM, in der regelmäßig über die Arbeit der VDM-Missionare berichtet wird.

Unsere Einsatzbereiche in Papua  
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