Familie Heidi und Rainer Scheunemann in Papua
 
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2009-04 Freundesbrief Nr. 27


Papua-Freundesbrief Nr. 27 

 
Waena, April 2009
Ihr Lieben,
 
„Papua ist einfach anders als andere Länder“. Das ist ein viel gehörter Kommentar von Entwicklungshilfeorganisationen, die sich lange Jahre bemüht haben, Strategien, die in anderen Ländern Erfolg hatten, in Papua auszuprobieren. Es dauert alles viel länger in Papua und vieles funktioniert überhaupt nicht so, wie es geplant war. In Papua kommt es immer anders als man denkt. Die Papuas sind keine Asiaten. Sie haben eine andere Logik, eine andere Kultur, andere Prioritäten und einen anderen Glauben als die meisten Asiaten. Sie sind Melanesier. Das wird oft übersehen.  Kürzlich fragte mich ein alter Papua ganz entrüstet, warum die Regierung denn das Geld, das sie für die Dorfbevölkerung verteilt „Armengeld“ nennen würde. „Wir sind doch nicht arm!“ sagte er mit solch starker Überzeugung, dass ich nicht auf die Idee gekommen wäre zu versuchen, ihn vom Gegenteil zu überzeugen. Obwohl er sich nicht arm fühlt geht er aber trotzdem zur Post und holt sich das Geld ab, das seiner Familie zugeteilt wurde. Das ist schließlich sein Recht. Die Statistiken belegen, dass viele Papuas in Armut leben. Hohe Kindersterblichkeit, Unter- und Fehlernährung, sehr hohe Arbeitslosigkeit, geringes Monatseinkommen, einfachste Lebensverhältnisse und dazu kommt noch ein galoppierender Anstieg von HIV/AIDS-positiv getesteten Menschen. Wann ist ein Mensch arm? Oder sollte ich fragen: wann ist ein Mensch arm dran? Die Außenwelt sieht, dass das Ausbildungsniveau in Papua furchtbar schlecht ist. Also muss geholfen werden und man steckt Unsummen in den Bau neuer Schulen. Vergessen wird dabei, dass die meisten Papuas in schlecht zugänglichen Dörfern leben und dass man keine gut ausgebildeten Lehrer in diesen Dörfern hat. Die gut ausgebildeten Lehrer wollen nicht in Dörfern in Papua leben. Sie wollen in die Stadt. In die Moderne. So gibt es in vielen Dörfern Schulgebäude aber keine qualifizierten Lehrer (wenn es überhaupt welche gibt). Viele Papuas leben in ihren Dörfern noch wie in der Steinzeit und wissen gar nicht wie ihnen geschieht, wenn plötzlich große Holzfirmen kommen, und die Bäume in „ihrem Urwald“ abschlagen. Die Moderne ist dabei die Papuas einfach zu  überrollen. Wie kann man diese Menschen davor warnen was auf sie zukommt? Wie kann man sie auf die Moderne vorbereiten, so dass sie Anteil am Fortschritt haben können anstatt nur „Zuschauer“ oder gar „Verlierer“ zu sein?
 
Fruchtbarkeit - Fluch oder Segen?
Manchmal hat man den Eindruck, dass die Fruchtbarkeit mit der dieses Land gesegnet wurde, schon fast wieder zu einem Fluch wird. Viele Papuas brauchen nicht zu arbeiten und haben trotzdem immer etwas zu essen. Wie kann das gehen? Wenn man Hunger hat, geht man in den Garten und gräbt nach Süßkartoffeln oder pflückt sich Gemüseblätter oder Obst oder man fährt auf den See oder aufs Meer und fängt sich die Anzahl von Fischen, die man braucht. Es gibt fast immer genug für alle und wenn mal nicht, dann geht man zum Nachbarn und fragt, ob man von dem etwas haben kann. Der Familienclan hält zusammen. Diejenigen die arbeiten und etwas haben, müssen immer mit denen teilen, die nichts haben. Warum manche nichts haben wird selten gefragt. Wenn man nichts hat, dann hat man Anspruch darauf, dass einem geholfen wird. Das ist das Motto. Aber wie geholfen wird, dass will man dann doch selbst bestimmen. Viele wollen in diesen Tagen einfach nur Geld. Viel Geld. Das hat die Regierung angefangen. Sie gibt den Menschen das Gefühl, dass sie nur Geld brauchen und dann wird alles gut. Geld bringt Erfolg! Geld ist Macht! Geld löst alle Probleme! Die Menschen glauben es und wollen immer mehr davon. Inzwischen gibt es Aufstände, wenn ein Dorf mehr Geld ausgeteilt bekommt als das Nachbardorf. Letzte Woche wurden im Hochland Häuser von Regierungsangestellten zerstört, weil ein Clan den Endruck hatte, dass er nicht genug Geld bekommen hatte. Komisch nur, dass es nie Geld für vernünftige Entwicklungsprogramme zu geben scheint und komisch auch, dass es immer schwieriger wird, Menschen zu finden, die arbeiten wollen. „Geld verdirbt den Charakter“ könnte man da auch sagen. Je mehr Geld im Umlauf ist, desto größer wird die Zahl der Alkoholkranken, desto voller ist die Zeitung mit Berichten von Unfällen wegen Trunkenheit am Steuer, desto mehr Schlägereien gibt es. Scheinbar stimmt der Spruch „Geld allein macht nicht glücklich“ eben doch.
Warum sage ich so etwas, wo ich doch Wirtschaftswissenschaftler bin. Noch dazu bin ich Unternehmensberaterin und versuche, den Papuas zu helfen mit einem Unternehmen Geld zu verdienen. Wenn Geld nicht glücklich macht, warum sollten sie dann überhaupt Unternehmer werden? Sollte ich sie nicht lieber in Ruhe lassen? Bisher haben sie ja auch überlebt, ohne dass sie in ein Unternehmen investiert haben. Ja, bisher… aber momentan passiert folgendes. Tausende von Menschen aus anderen indonesischen Gebieten sehen, dass es in Papua viel Geld gibt (aufgrund der Regierungsprojekte, bei denen Geld an die Bevölkerung verteilt wird), also machen sie sich auf den Weg nach Papua, um dort den Leuten das Geld aus der Tasche zu locken. Überall schießen neue Unternehmen aus dem Boden, und zwar nicht etwa deshalb weil Papuas dort investieren, sondern weil andere die Chance sehen, in Papua reich zu werden (mit dem Geld der Papuas). Die Papuas werden momentan durch diese moderne Welle völlig überrollt. Sie merken nicht, wie sie ausgenutzt werden. Sie kaufen alles, was ihnen vor die Augen kommt, geben Unmengen von Geld für Reisen und Familienfeste aus und machen durch diesen „Konsumrausch“ die Nicht-Papuas immer reicher. Selbst haben sie aber noch nicht die Erfahrung, das Wissen und die Fähigkeiten, als Unternehmer aktiv zu werden. Sie waren schließlich ihr Leben lang Subsistenzbauern, Fischer, Jäger oder Sammler.
Wenn die Papuas nicht anfangen, mehr am unternehmerischen Leben teilzunehmen, dann werden sie bald völlig aus den Städten vertrieben sein. Schon jetzt hat sich das Stadtbild in Jayapura völlig geändert. Man sieht immer mehr Einwanderer, immer weniger Papuas. Die Papuas geben das Geld aus, die Einwanderer verdienen es. Wenn den Papuas das Geld ausgeht, dann fragen sie bei der Regierung nach mehr Geld. Sie investieren es aber nicht, sondern sie konsumieren. Irgendwann wird es keine Hilfen mehr geben… und was passiert dann mit den Papuas?
 
Warum versuche ich also, den Papuas das Sparen und Investieren schmackhaft zu machen und sie zu ermutigen sich selbst aktiv als Unternehmer zu engagieren? Ja, was macht denn wirklich glücklich? Ist es nicht ein erhebendes Gefühl, wenn man etwas aus eigener Kraft geschafft hat? Wenn man etwas gearbeitet hat und den Lohn seiner eigenen Arbeit in Händen hält? Gibt es einem nicht ein stolzes Gefühl, wenn man etwas geschafft hat, was man vorher noch nicht konnte? Ist es nicht wunderbar, unabhängig von fremder Hilfe leben zu können und auf diese Weise in der Lage zu sein für seine Familie zu sorgen? Ist es nicht traurig, ständig auf die Hilfe der Regierung zu hoffen, obwohl man selbst Land hat, das man aber nicht nutzt, obwohl es unglaublich fruchtbar ist? Ist es nicht traurig mit anzusehen, wie Menschen ihren Besitz „aufessen“ anstatt ihn gewinnbringend zu vermehren und somit für die nachfolgenden Generationen zu erhalten? Es ist auch eine Frage der Prioritäten. Was ist mir am wichtigsten im Leben? Worauf baue ich mein Leben? Was hat denn wirklich Bestand in dieser Zeit, in der so vieles verwirrt?
 
Biblische Prinzipien des Wirtschaftens
Unternehmer zu sein bedeutet nicht geldgierig durch die Welt zu ziehen und immer nur seinen eigenen Vorteil zu suchen (obwohl es leider Leute gibt, die diesen Eindruck vermitteln). Unternehmer zu sein bedeutet, verantwortungsbewusst all das zu nutzen, was Gott uns anvertraut hat und es gewinnbringend zu investieren, damit auch andere etwas davon haben.
In der Bibel werden viele wirtschaftlichen Prinzipien beschrieben, die Bestand haben und Erfolg versprechen.
  1. Man soll jedes Unternehmen auf einen festen Grund (nämlich den Glauben an Gott ) stellen (siehe: Gleichnis vom Haus auf Sand und auf Stein, Matthäus 7, 24-27).
  2. Man soll verantwortlich mit seinem Besitz umgehen, ihn investieren und ihn vermehren (Gleichnis von den Talenten, Matthäus 25, 14-30 oder Lukas 19, 11-28).
  3. Man soll vernünftig die Kosten und Risiken einer Unternehmung berechnen bevor man damit beginnt (Kalkulation vor dem Turmbau, Lukas 14, 28-30).
  4. Man soll eine vorausschauende Vorratshaltung einnehmen (Jungfrauen mit den Öllampen, Matthäus 25, 1-13).
  5. Man soll ganz dicht an Gott dran bleiben, weil er der Unternehmer ist, der am meisten Ahnung hat. Er weiß, worauf es im Leben ankommt (Gott als Weingärtner, Johannes 15, 1-8).
  6. Man soll seinen Besitz nicht unnütz verprassen, weil dies in tiefe Armut führt (Gleichnis vom verlorenen Sohn, Lukas 15, 11-24).
  7. Man soll den Lohn seiner eigenen Arbeit genießen und nicht auf das Almosen anderer hoffen (Psalm 128, 1-2 und 2. Thessalonicher 3, 10-12).

Viele ausländische Entwicklungshilfeorganisationen geben nach wenigen Jahren auf, in Papua zu helfen, weil alles einfach so lange dauert oder die Bevölkerung nicht so wie erhofft auf die Hilfsmaßnahmen anspricht. Die Mentalität der Menschen wird als „schwierig“ bezeichnet. Zurzeit wird immer deutlicher, was passiert, wenn Hilfsprogramme auf ein Gebiet aufgesetzt werden, ohne dass die von der Bevölkerung empfundenen Bedürfnisse bei der Entscheidungsfindung integriert wurden. Die Organisationen machen eine Untersuchung und kommen zu dem Schluss: „Ihr braucht diese und jene Hilfe“ und „dies und jenes werden wir euch anbieten, weil es in unser Konzept passt“. Viele dieser Angebote werden von den Einheimischen nicht verstanden, weil sie noch nicht erkannt haben, was die Ursachen für ein bestimmtes Problem sind. So kommt es zum Beispiel zu Situationen, in denen eine Hilfsorganisation einen Brunnen baut, um der Bevölkerung sauberes Trinkwasser zu ermöglichen. Anstatt sich zu bedanken, verlangen die Einheimischen nach dem Abschluss des Bauprojekts, dass sie für ihre Arbeit bezahlt werden, denn sie haben ja schließlich auf Bitten der Organisation hin gearbeitet. Welchen Einfluss sauberes oder dreckiges Trinkwasser auf die Gesundheit hat, ist für sie nicht sofort erkennbar. Papuas brauchen erst einen Beweis für den Erfolg einer bestimmten Sache und dann engagieren sie sich. Aber nicht vorher. So mag es zum Beispiel sinnvoll erscheinen, das fruchtbare Land für eine Kaffeeplantage zu nutzen, da dies der Bevölkerung in Zukunft ein gutes Einkommen verschaffen kann, aber man vergisst dabei, dass Papuas es nie gelernt haben Überschuss zu produzieren, sondern immer nur kleine Mengen, die gerade von der Familie benötigt werden. Außerdem dauert es bei einer Kaffeeplantage von der Anpflanzung bis zur ersten Ernte mehrere Jahre und so lange will ein Papua nicht warten. Er will sofort Erfolg sehen, um von einer Sache überzeugt zu sein. Deshalb ist es so wichtig, dass Entwicklungshelfer so lange im Land bleiben und ein angefangenes Projekt so lange betreuen, bis der Erfolg des Projektes von der Bevölkerung gespürt wird, denn erst dann sind die Leute bereit, umzudenken. Alte Denkstrukturen aufzugeben ist immer schwierig und so ist es nicht verwunderlich, dass es in einer Kultur, in der Beziehungspflege, Traditionen und Ahnenverehrung höchste Priorität haben und Innovationen über Jahrhunderte hinweg als etwas gefährliches angesehen wurden, lange dauert, bis neue Denkstrukturen angenommen werden, die den Papuas helfen, nicht von der Moderne überrannt oder verdrängt zu werden.  
 
Trainingseinheiten für Kleinunternehmer im Hochland
Das Evangelium wird dort praktisch, wo es in das Leben der Menschen hineinspricht und ihnen Lösungsmöglichkeiten anbietet. So kann dies auch dadurch geschehen, dass ein Papua, der zuvor nur auf die Hilfe anderer gehofft hat, nun eigenständig ein kleines Geschäft führt, weil er sein Herz für Jesus geöffnet hat und gemerkt hat, dass er selbst Verantwortung übernehmen muss. In den letzten drei Jahren haben wir auf dem Komplex der Wirtschaftsschule im Hochland viele neue Trainingseinheiten gegründet, in denen Papuas ausgebildet werden, später ein eigenes Unternehmen zu führen. Vor drei Jahren gab es nur ein Kiosk und eine kleine Werkstatt. Inzwischen gibt es dort ein Kiosk, eine Cafeteria, ein Restaurant, eine Großküche in der auch Kühe geschlachtet werden können, ein Internetcafe, eine Motorrad- und Motorsägenwerkstatt, eine Schweißerei, einen Holzgroßhandel, eine Schreinerei, einen Cargo-Flugdienst (in Zusammenarbeit mit einer Missionsfluggesellschaft) sowie ein Obst und Gemüsegeschäft (das die Produktion einheimischer Bauern ankauft) und einen Lebensmittelgroßhandel (der Handelswaren in entlegene Dörfer ausliefert). Ich bin schon ein wenig stolz darauf, dass ich beim Aufbau dieser Trainingseinheiten mitwirken konnte. Es ist die einzige Ausbildungsstätte in ganz Papua, in der Kleinunternehmer theoretische und praktische Ausbildung in einem „on the job training“ erhalten. Für die nächsten Monate ist die Gründung weitere Trainingseinheiten geplant. So überdenken wir momentan zum Beispiel die Gründung einer Produktionseinheit für Handarbeiten die aus lokalen Produkten hergestellt werden (da eine große Nachfrage nach solchen Handarbeiten besteht), eine Trainingseinheit für die Mehlproduktion aus Süßkartoffeln (da die Einfuhr von Weizenmehl sehr teuer ist), eine Bäckerei (wo das Süßkartoffelmehl verwendet wird und Kuchen für den Verkauf in der Cafeteria hergestellt werden) und eine Produktionsstätte von Ananasmarmelade und Ananassirup. Als ich letzte Woche nach ähnlichen Ausbildungsstätten in Indonesien Ausschau hielt, weil wir unseren einheimischen Mitarbeitern die Möglichkeit bieten wollten sich dort weiterzubilden, um neue Ausbildungsmethoden zu lernen, mussten wir feststellen, dass es in ganz Indonesien scheinbar keine vergleichbare Trainingsstätte gibt, die so viele verschiedene Trainingsangebote beinhaltet. Verstärkt suchen wir nun auch die Zusammenarbeit mit der Regierung, damit es auch in anderen Gebieten in Papua solche Trainingseinheiten geben kann. So wollen wir zum Beispiel auch demnächst eine Website im Internet machen, um auf unsere Trainingsstätte aufmerksam zu machen. Inzwischen haben viele Einheimische im Hochland beobachtet, dass wir recht erfolgreich sind mit diesen Trainingsstätten und nun kommen immer mehr Leute, die anfragen, ob sie auch dort etwas lernen dürfen, weil sie auch gerne so ein Geschäft hätten. Ich möchte hier noch mal speziell darauf hinweisen, dass keine der Trainingseinheiten von Ausländern geleitet wird, sondern dass die Leitung aller Einheiten in einheimischen Händen liegt. Da die meisten der einheimischen Trainer aber natürlich noch wenig Erfahrung besitzen, müssen sie noch angeleitet werden und können jederzeit bei mir und dem holländischen Berater vor Ort um Hilfestellung bitten, wenn sie nicht mehr weiterwissen. Natürlich sind all diese Einheiten noch wie junge Pflänzchen, die gegossen und gedüngt werden müssen. Gelegentlich muss auch Unkraut gezupft werden. Lässt man solche Pflänzchen in dieser Wachstumsphase im Stich kann es schon passieren, dass sie vom Unkraut überwuchert werden. Das möchten wir gerne vermeiden und noch weitere Beratung anbieten in dieser wichtigen Aufbauphase.
 
Feldforschung
Zur Zeit leite ich eine Forschungsgruppe im Hochland, die herauszufinden versucht, welche Entwicklungshilfepro­gramme gestartet werden müssten, damit Frauen besser geholfen werden kann, ein kleines Unternehmen erfolgreich zu führen. Von November bis Februar hatte ich an einem ähnlichen Forschungsprojekt einer holländischen Organisation teilgenommen, wo es zusätzlich noch darum ging, bisherige Hilfsmaßnahmen zu analysieren und Vorschläge für effektivere Hilfsmaßnahmen zu machen. Auf meinen Forschungsbericht hin bekam ich sehr positive Reaktionen. Nun geht es darum, neue Maßnahmen an zudenken und umzusetzen. In den letzten Wochen habe ich mit mehreren Regierungsvertretern gesprochen und meine Erfahrungen berichtet. Es hat mich immer wieder erstaunt, wie wenig Basiswissen auch diejenigen Regierungsvertreter haben, die Entscheidungen für den wirtschaftlichen Aufbau in Papua zu treffen haben. Viele Ergebnisse, über die wir mit unseren Mitarbeitern seit Jahren diskutieren, waren ihnen scheinbar total neu. Es ist aber ermutigend zu sehen, dass aufgrund entstehender Krisen immer mehr Menschen bereit sind, zuzuhören. Ich hoffe nur, dass auch bald konkrete Strategien entwickelt werden, die aus den Krisen heraus führen können. Die von mir in meinem im letzten Jahr herausgegebenen Buch für Kleinunternehmerberatung in Papua vorgeschlagene Schule für Kleinunternehmer wurde inzwischen sowohl vom Dekan der Universität Jayapura als auch von einem engen Vertrauten des Gouverneurs als zukunftweisend und sehr passend für den Papuakontext angenommen. An der Universität wird im neuen Studienjahr ein neues Programm angeboten, bei dem Kleinunternehmerförderung und praktische Ausbildung ins Kurrikulum aufgenommen wurden. Der Dekan hat mich vor zwei Wochen angefragt, ob ich bereit wäre in diesem Studienfach an der Uni zu unterrichten. Auch dies wäre eine Möglichkeit, motivierte junge Leute zu finden und auszubilden, die anschließend Kleinunternehmer beraten können. Eine Frauenorganisation die mit der Kirche zusammenarbeitet hat gefragt, ob ich bereit wäre, ihre Mitarbeiterinnen auszubilden, damit sie bessere Beratung für Kleinunternehmerinnen anbieten können. All dies sind neue Anfragen und so bieten sich immer neue Möglichkeiten für Training und Coaching. Es wäre traurig, diese Möglichkeiten nicht nutzen zu können.
 
Krisenprävention
Unsere Aufgaben liegen auch oft im Bereich der Krisenprävention oder Konfliktvermeidung. Rainers Predigten und Lieder dienen oft dazu aufgeheizte Gemüter zu besänftigen, denn die Papuas fühlen sich oft gedemütigt durch das Verhalten von Indonesiern aus anderen Gebieten. Gerade letzte Woche war ich mit einem einheimischen Mitarbeiter aus dem Hochland eine Woche lang in Jayapura unterwegs, um ihn mit verschiedenen Leitern in Entwicklungshilfe-Organisationen und Regierungsstellen bekannt zu machen, damit er es dort später leichter hat, Gehör zu finden. Wäre er dort alleine hingegangen, wäre er gar nicht ernst genommen worden, und das nur, weil er aus dem Hochland kommt. Es ist unglaublich wie entwürdigend viele Hochland-Papuas von Indonesiern behandelt werden. Die meisten Indonesier sind davon überzeugt, dass die Hochlandpapuas dumm sind. Diesem Vorurteil entgegenzutreten wäre eigentlich Aufgabe der Regierung, indem sie endlich besser qualifizierte Lehrer in die Schulen im Hochland entsendet. Unsere Position als Vermittler nutzen wir oft, um den Papuas Selbstvertrauen zu geben, sich etwas zuzutrauen, nach vorne zu schauen und sich ohne Gewalt für Veränderung einzusetzen. Wir versuchen hierbei vor allem auch das Potential der Papua-Jugend im Sportbereich hervorzuheben. Fußball ist zum Beispiel ein Bereich, in dem die Papuas den Indonesiern überlegen sind und in dem sie schnell Selbstbewusstsein erlangen können, wenn sie gut trainiert und gefördert werden.
 
Kinder und Jugendfußball
In den letzten drei Monaten haben wir drei Kinder- und Jugendfußballturniere organisiert und durchgeführt. Für die Altersklassen U-10, U-12 und U-15 hatten sich insgesamt 30 Mannschaften angemeldet, so dass insgesamt mehrere hundert Spieler bei den Turnieren beteiligt waren. Jackson, den besten Spieler der Unter 15jährigen haben wir daraufhin für das  Fußballförderungsprogramm vorgeschlagen, das Rainers Bruder Timo in Malang (Ostjava) durchführt. Er wird im Juni mit Laban (einem anderen Spieler aus Wamena, den ich schon Ende letzten Jahres nach dem Tipp eines Bekannten in Wamena entdeckt und ausgewählt habe) nach Malang fliegen, um dort eine bessere Schulbildung und ein sehr gutes Fußball-Trainingsprogramm zu genießen. Einige der von Timo betreuten Spieler sind bereits in regionalen und nationalen Auswahlmannschaften aktiv. Alle wollen Fußballprofis werden. Auch unser inzwischen 10-jähriger Benjamin will Fußballprofi werden. Er hat sowohl beim U-10- als auch beim U-12-Turnier mit seiner Papua-Mannschaft mitgespielt. Er entwickelt sich so langsam zu einem kleinen Ronaldinho. Er steht sogar nachts um 4 Uhr auf, um Championsleaguespiele im Fernsehen anzuschauen, die bei uns mitten in der Nacht übertragen werden. Da er das aber nur dann darf, wenn er am nächsten Tag trotzdem sehr gut in der Schule mitmacht haben diese Spiele auch gleichzeitig einen motivierenden Einfluss auf seine Schulleistungen.
 

Jan ist inzwischen 13 Jahre alt und schon fast so groß wie ich. Er hat inzwischen viele Freunde an der internationalen Schule gefunden und kann es kaum noch abwarten, dass er endlich dort in die Schule gehen darf. Auch Julia wird ab August in die internationale Schule gehen, weil sie ab der 11. Klasse keine Fernschule mehr machen kann. Diese Schule ist in Sentani, ca. 30 Autominuten von uns entfernt. Da auf dieser Straße aber täglich schlimme Unfälle passieren war uns nicht so wohl dabei, die Kinder täglich dorthin zu schicken. Da sich Jan und Julia aber ohnehin gewünscht haben mit ihren Freunden im Internat wohnen zu dürfen, werden sie ab August die Woche über dort wohnen und dann am Wochenende zu uns nach Hause kommen. Auf diese Weise können die beiden auch an den vielen außerschulischen Aktivitäten teilnehmen, die dort nachmittags und abends angeboten werden und können die Freundschaft mit den anderen Jugendlichen intensivieren. Nebenbei können sie ihre englischen Sprachkenntnisse, die ohnehin schon sehr gut sind, noch weiter verbessern. Diese neue Schulsituation bedeutet, dass ab August nur noch Benjamin deutsche Fernschule machen wird. CO-Workers International hat uns bereits zugesagt, dass wir wieder eine Fernlehrhelferin bekommen werden, die bei uns wohnen wird und Benjamin beim Unterricht helfen wird. Da die neue Lernhelferin gut und gerne Fußball spielt, werden wir sie auch in der Jugendfußballförderung einsetzen können, so dass wir die Jugendförderung auch im Mädchenfußball verstärken können.
 
Ach ja…apropos Frauenfußball…fast hätte ich vergessen zu erwähnen, dass Rainer und Timo im letzten Jahr von August bis Oktober auf Bitte des indonesischen Fußballverbandes hin die indonesische Frauenfußball-Nationalmannschaft (ja, das ist kein Witz!) trainiert haben und zu den Asien-Meisterschaften in Vietnam begleitet haben. Dort wurde die Mannschaft, die in nur 6 Wochen Vorbereitung das 4-4-2-System von Timo gelernt hat und sehr beachtliche Fortschritte erzielt hat, von den internationalen Medien für die enorme Leistungssteigerung im Vergleich zum Vorjahr hoch gelobt. Leider hat der indonesische Fußballverband sein Versprechen, den Frauenfußball in Indonesien verstärkt zu fördern, nicht eingehalten. Das von uns angebotene Programm zur Förderung der Frauennationalmannschaft durch kontinuierliches Training und den Aufbau einer Frauen-Fußball-Liga sowie der Gründung eines Wohnheims für Mädchen mit hohem fußballerischem Potential in Papua wurde nicht beachtet. Die Funktionäre sind leider der irrigen Meinung, man könnte auch ohne Training Asienmeister werden. Da wir wegen notwendiger Passverlängerung für die Kinder, Visa-Antrag für unsere Lernhelferin und einer komplizierten Zahnwurzelbehandlung sowieso nach Jakarta mussten, hatte ich selbst auch eine Weile beim Training der Nationalmannschaft mitgeholfen. Ich wurde kurzerhand als Torwarttrainerin eingesetzt. Das hat richtig Spaß gemacht. 10 der 18 Spielerinnen, die schließlich nach Vietnam reisten, stammen aus Papua. Sie kamen mit stolzgeschwellter Brust zurück. Wo gibt es das schon, dass ein Mädchen aus einem Stamm im Hochland, dessen Eltern noch wie in der Steinzeit leben, mal eben in Vietnam für die indonesische Frauennationalmannschaft spielt und gegen Malaysia auch noch mit 2:0 gewinnt. Julias Freundin Sarce, die schon seit 10 Jahren immer wieder längere Zeit bei uns im Haus gewohnt hat und jetzt in der Basketballnationalmannschaft spielt und daher inzwischen im Sportlerinternat in Jakarta wohnt, konnten wir auch mal kurz für das Turnier ausleihen, denn sie ist eine sehr begabte Fußballerin. Schon im Alter von 8 Jahren hat sie mit unseren Jungs Fußball gespielt und war auch mal zwischendurch bei mir im Training. Sie war in Vietnam eine der besten Spielerinnen.
 
Unsere Hoffnung ist, dass der Fußballverband aufwacht und endlich sieht, was es vor allem hier in Papua für ein riesiges spielerisches Potential gibt. Würden die Mädchen in einem Fußballinternat gefördert werden, dann wäre es durchaus möglich, dass Indonesien bald in der Weltrangliste ein paar Plätze nach oben klettern könnte. In den letzten Jahren waren es immer die Papuaspielerinnen, die das Rückrat der Nationalmannschaft gebildet haben. Und das, obwohl es noch nicht einmal eine kontinuierliche Frauenliga in Papua gibt. Es sind einfach alles Naturtalente.

Von Rainer:
Eine sehr erfreuliche Nachricht für mich ist, dass demnächst mein Hermeneutik-Buch (Biblische Auslegungslehre) bei einem großen Verlag in Java herausgegeben wird. Das bedeutet, dass dieses Buch allen Theologiestudenten in ganz Indonesien zugänglich sein wird und mit als Handbuch verwendet werden wird. Der Verlag teilte mir mit, dass sie das Buch als sehr gut bewerten, da es Theorie und Praxis verbindet, mit vielen Beispielen versehen ist und es sprachlich sehr gut verständlich ist.
 
Die Entwicklung der Abendbibelschulen ist weiterhin positiv und wir wirken immer mehr in lokale Gemeinden hinein und übergeben den Gemeinden die Verantwortung. Unsere Aufgabe ist nun vielmehr zu assistieren, wenn Hilfe benötigt wird und die Qualität der Kurse zu observieren. In den neuen Gebieten müssen wir jedoch noch vor allem in den Anfangsphasen vermehrt zur Seite stehen. Nächste Woche habe ich ein Gespräch mit der Leitung der Baptistischen Kirche die vor allem im Hochland tätig ist und das Abendbibelschulprogramm in ihren Gemeinden durchführen möchte. Auch wird im Mai ein mehrtägiges Treffen mit 8 Kirchenvertretern aus Sumatra und Java in Jayapura stattfinden, die vom Abendbibelschulprogramm lernen wollen und dieses Programm in ihre Kirchen für die Schulungen der Ältesten und Gemeindemitglieder hineintragen wollen. Wir sind sehr froh über diese Entwicklungen, denn so kann dieses Programm auch ein Segen für andere Kirchen werden und bekommt einen ökumenischen Charakter.
Ansonsten unterrichte ich dieses Semester 2 Fächer an der Theologischen Hochschule (Hermeneutik und Philosophiegeschichte) sowie verschiedene Fächer in mehreren Abendbibelschulkursen und habe noch so im Schnitt 3 zusätzliche Dienste (Predigten, Evangelisationen oder Seminare) pro Woche. Langweilig wird es uns jedenfalls nicht. 
 
Unsere Zukunft
Ehrlich gesagt fühlen wir uns zurzeit hin und her gerissen. Einerseits werden wir von Einheimischen immer wieder gebeten, noch in Papua zu bleiben, da unser Wirken ihnen ganz neue Wege aufgezeigt habe, wie man seinen Glauben praktisch leben kann. Auch im Gebet wurden wir ermutigt, noch in Papua zu bleiben und haben tiefe Gewissheit bekommen, dass hier unser Platz ist. Ebenso haben fast alle von euch, die uns bisher treu finanziell unterstützt haben ihre weitere Unterstützung zugesagt. Aber dennoch fehlen uns 2.000 Euro pro Monat, um auf unserem Spendenkonto nicht weiter ins Minus zu rutschen, denn unser Hauptsponsor ist von der Wirtschaftskrise betroffen und kann uns nicht mehr weiter unterstützen. Somit ist unsere weitere Arbeit in Papua gefährdet. Der Gouverneur von Papua hat schon vor Monaten eine Anfrage an CIM (Centrum für internationale Migration und Entwicklung) geschickt, mit der Bitte, mich als Berater für das Team des Gouverneurs, das den strategischen Dorfentwicklungsplan in Papua umsetzen soll, zu entsenden (was unsere finanzielle Situation verbessert hätte) aber CIM kann nur aktiv werden, wenn sie vom BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit) dafür einen Auftrag bekommen. Und da stehen noch ein paar indonesischen Behörden in Jakarta dazwischen, die erst ein Empfehlungsschreiben verfassen müssen. Die Bürokratie kennt keine Grenzen. Andere Hilfsorganisationen wollen alle, dass wir mithelfen, haben aber auch keine finanziellen Mittel. Die Regierung selbst will auch dass wir hier bleiben, hofft aber, dass alle Ausländer von Organisationen aus ihrer Heimat bezahlt werden, weil sie von der Weltbank und UN-Organisationen auch „kostenlose“ Mitarbeiter zur Verfügung gestellt bekommen. Also fragt man sich natürlich auch: wenn es ihnen so wichtig ist, dass wir hier bleiben, warum wollen sie sich dann nicht finanziell daran beteiligen, um dies zu ermöglichen? Diese Frage wird uns natürlich auch aus Deutschland gestellt. Das Problem ist, dass wir uns vor allem für die Leute einsetzen, für die sich sonst niemand interessiert? So hat man keine gute Lobby, denn man kann nicht sofort mit Erfolgen glänzen. Es ist nun mal nicht leicht, jemanden beizubringen, wie er gewinnorientiert sein Geschäft leitet, wenn er schon Schwierigkeiten hat 5 x 6 zu rechnen, oder wenn ein Gemüsehändler nicht weiß, dass 1 kg gleichviel ist wie 1.000 Gramm. Aus Deutschland werden wir auch gefragt, ob wir es uns gut überlegt hätten, was wir unseren Kindern hier zumuten, da doch die Schulbildung nicht so gut wäre und unsere Kinder sicher später in Deutschland einen Kulturschock erleben werden, wenn wir zu spät zurückkommen. (Ja, wir haben uns das schon oft überlegt, aber wir sind sicher, dass Gott einen guten Plan für unsere Kinder hat.) Uns wird auch öfters mal unterstellt, wir würden die Papuas von unserer Hilfe abhängig machen wollen und sollten ihnen doch endlich die Arbeit übergeben. Schließlich seien wir ja nun schon lange genug in Papua. (Ja, die Menschen zu Eigeninitiative anzuspornen ist genau das, was wir die ganze Zeit tun, aber das geht halt in Papua nicht in kurzer Zeit, weil das Ausbildungsniveau so schlecht ist und die Menschen sich wenig zutrauen und daher ständig ermutigt werden müssen.) Wir setzen uns hier in Papua für Leute ein, denen sonst niemand zuhört (Straßenkinder, Gemeindemitglieder die von der Kirchenleitung nicht beachtet werden und  keine vernünftige Lehre bekommen, talentierte Sportler, die keine Förderung bekommen) und werden dabei mit Eifersüchteleien von korrupten einheimischen Funktionären konfrontiert, die ihre eigene Position und ihre Macht ausspielen wollen, denen aber das Wohl ihrer eigenen Leute völlig egal zu sein scheint.
Ermutigend sind dagegen die Begegnungen mit anderen Einheimischen, die sich geöffnet haben für Neuerungen und die jetzt mit ganz fröhlichem Herzen im Vertrauen auf Gottes Mithilfe nach vorne schauen, trotz Anfechtungen von allen Seiten. Es ist nicht leicht, in Papua zu arbeiten. Selbst manche Einheimischen fragen uns manchmal, wie es kommt, dass wir noch nicht gegangen sind (wie so viele andere, die es nicht mehr ausgehalten haben, dass Erfolg so lange auf sich warten lässt). Ich denke man braucht einen tiefen Glauben und eine ganz große Portion Liebe zu den Einheimischen um hier in Papua vernünftig arbeiten zu können ohne ein „Burn out Syndrom“ zu bekommen. Diese Liebe hat Gott in unsere Herzen gelegt. Sonst wären wir sicher schon lange nicht mehr hier. Wir wollen noch hier in Papua bleiben, weil wir den Eindruck haben, dass wir unsere Gaben hier am besten einsetzen können und weil wir uns von Gott in diese schwierige Arbeit gestellt wissen. Gott hat uns einerseits durch viele schwere Zeiten hindurch getragen und hat uns andererseits auch immer wieder durch sehr positive Erlebnisse in unserer Arbeit bestätigt. Vieles was wir hier erleben, ist schwer in einem Freundesbrief zu erklären, weil das Leben hier so anders ist als in Deutschland uns daher die Gefahr besteht, dass man falsch verstanden wird. Das haben wir leider mehrere Male erlebt. Auch ist ein Freundesbrief ja nie so persönlich wie ein direkter Brief zwischen Freunden. Diejenigen, die uns aber hier besucht haben, konnten einen guten Eindruck davon bekommen, was hier wirklich passiert. Wer nie hier war, dem wird vieles fremdartig vorkommen, denn es ist einfach sehr schwer zu verstehen, wie anders diese Kultur hier ist und wie anders die Menschen hier denken als in Deutschland.  
Wer einen kleinen Eindruck bekommen möchte, mit welchen Schwierigkeiten Missionare bei ihrem Einsatz konfrontiert werden kann ja mal das Buch von Susanne Reuter lesen, das gerade auf den Markt gekommen ist. Sie ist die Tochter von Klaus und Erika Reuter, die lange Jahre im Hochland von Papua bei den Yalis in Anggruk als Missionare tätig waren. Das Buch heißt „Als das Schwein vom Himmel fiel“. Sehr empfehlenswert!

Nur noch ein Jahr???
Unser 3-Jahres Vertrag mit CFI (Christliche Fachkräfte International) läuft im Juni 2009 aus. Nun ist es natürlich auch für CFI nicht leicht, uns in unserer unsicheren finanziellen Situation eine Vertragsverlängerung anzubieten (denn eine Voraussetzung für eine Vertragsverlängerung ist ja, dass wir genügend Unterstützer haben, die unsere Arbeit mit Spenden tragen). Netterweise wurde uns aber noch ein Jahr gewährt, damit wir in diesem Jahr noch die Möglichkeit haben, neue Sponsoren zu finden. Falls dies nicht gelingt, müssten wir nächstes Jahr endgültig ganz nach Deutschland zurückkommen. Wir wissen, dass unsere Zukunft in Gottes Hand liegt. Wo auch immer wir sein werden, wollen wir das tun, was in unseren Möglichkeiten steht, um andere Menschen auf die Kraft , Liebe und Geborgenheit aufmerksam zu machen, die wir selbst erfahren haben und die Gott jedem schenkt der sich für eine Leben mit ihm entscheidet. Momentan sind wir nach wie vor davon überzeugt, dass der Platz wo wir unsere Gaben am besten einsetzen können in Papua ist, denn es ist unglaublich, wie Gott uns immer wieder benutzt, um Menschen, die in Not sind mit dem Evangelium zu erreichen.    
Von 26. Mai bis 3. August werden wir in Deutschland zum Heimataufenthalt sein. In dieser Zeit sind wir fast ständig unterwegs (zwischen Hamburg, Marburg, Giessen, Stuttgart bis nach Kärnten.) Bitte betet für unsere Gesundheit.
 
Seid alle ganz herzlich gegrüßt von euren 5 Scheunemanns aus Papua
(Rainer, Heidi, Julia, Jan und Benjamin)
 
 
Unsere Einsatzbereiche in Papua  
  Theologischer Unterricht
Abendbibelschule
Gemeindedienste
Evangelisationen
Kindergottesdienst
Teenclub
Strassenkinderarbeit
Kinder- und Jugendfußballförderung
Indonesische Frauen-Fussball-Nationalmannschaft
Mädchen-Volleyballclubs "Haleluya"
Kleinunternehmerberatung
Strategien zur Armutsbekaempfung
Wirtschaftsschule
Capacity builing (Coaching von Junglehrern)
Leiterschaftstraining
Musik (VCD-produktionen)
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