Familie Heidi und Rainer Scheunemann in Papua
 
  Home
  Gästebuch
  Spendeninfo für unseren Dienst in Indonesien
  AKTUELLES!
  Wer wir sind und was wir glauben
  Notizen von Heidi
  Länderinfo West-Papua
  Kleiner Kultureller Ratgeber
  Rainers Einsatzbereiche
  Heidis Einsatzbereiche
  Fußball-Talentförderung in Papua
  2012-2013 Heidi als Fußballtrainerin in Deutschland
  Freundesbriefe aus Papua
  => 2006-03 Freundesbrief Nr. 21
  => 2006-09 Freundesbrief Nr. 22
  => 2007-01 Freundesbrief Nr. 23
  => 2007-05 Freundesbrief Nr. 24
  => 2007-11 Freundesbrief Nr. 25
  => 2008-08 Freundesbrief Nr. 26
  => 2009-04 Freundesbrief Nr. 27
  => 2009-11 Freundesbrief Nr. 28
  => 2010-05 Freundesbrief Nr. 29
  => 2010-11 Freundesbrief Nr. 30
  => 2010-12 Freundesbrief Nr. 31
  => 2011-06 Freundesbrief Nr. 32
  => 2011-12 Freundesbrief Nr. 33
  => 2012-08 Freundesbrief Nr. 34
  => 2012-10 Kurznotiz zum Gewinn des DFB-Länderpokals
  => 2013-01 Freundesbrief Nr. 35
  Berbagai penjelasan dalam Bahasa Indonesia
  Gebetsanliegen
  Photos
  Witzige Kindersprüche
  Projektvorschläge
  English page: Football education in West-Papua
2007-01 Freundesbrief Nr. 23

Papua-Freundesbrief Nr. 23 

 

 

Waena, den 12. Januar 2007

Ihr Lieben,

 

komisch, dass ein Jahr so schnell vergehen kann. Wahrscheinlich empfinde ich das aber nur deshalb so, weil so unglaublich viel passiert ist in diesem Jahr: unser Heimataufenthalt mit vielen Begegnungen, neuer beruflicher Ausrichtung und Blinddarmdurchbruch, hier in Papua viele verschiedene Unternehmer- und Buchführungskurse, Beratung von Kleinunternehmern in verschiedenen Dörfern im Hochland, Buchführungs- und Money-Management-Kurse für Studenten in der Stadt, „Wiederbelebung“ eines Souvenirladens mit studentischen Mitarbeitern, Durchführung von zwei sechswöchigen Kinderfußballturnieren, regelmäßiges Volleyballtraining mit bis zu 35 Kindern, wöchentliche Kindergottesdienstarbeit, Mädchen-Jugendkreis, Seelsorge, Mitarbeitertraining, Evangelisationen, Abendbibelschulneueröffnungen, Seminare, Predigten und…und…und… und ich schon zu Beginn des Neuen Jahres gar nicht weiß, was ich von all den anstehenden dringenden Erledigungen zuerst machen soll. Meine „To-Do“-Liste wird immer länger anstatt kürzer. Darauf stehen auch Sachen wie Wasserhahn und Klospülung reparieren, Wände streichen, Kinderklamotten aussortieren, Arbeitsbericht schreiben, Rentenversicherung klären, Buchmaterialien zusammenstellen, Jugendgottesdienst vorbereiten, Büro aufräumen, Emails beantworten…Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern, wann ich das letzte mal Langeweile hatte. Ich habe sogar schon gelernt, wie man eine Motorsäge auseinander nimmt und richtig einstellt. Das war bei einem zweiwöchigen Unternehmerkurs im November in Wamena für Motorsägenbetreiber…man könnte auch Baumfäller sagen aber irgendwie passt das nicht richtig. Faszinierend, wie die Einheimischen BARFUSS mitten im Dschungel mit einer STIHL-Motorsäge (deutsches Fabrikat!!!) Bäume fällen, sie dort mit der Motorsäge sofort anschließend in 4 Meter lange (mit öliger Schnur abgemessen und markiert), 10cm breite und 5 cm dicke (Fingermaß!) Bretter zerlegen und dann im Boot nach Hause transportieren. Ich habe die technischen Unterrichtsinhalte für einen Australier ins Indonesische übersetzt und dabei sehr viel gelernt. Anschließend habe ich unterrichtet, wie die „Holzfäller“ ihre Aufwendungen und Erträge sowie Verkaufspreise berechnen und notieren sollten, damit sie selbst feststellen, ob sie überhaupt Gewinne erwirtschaften. Nicht selten werden sie nämlich um ihren Arbeitslohn betrogen. Es gibt auch sonst noch viele Aktivitäten, die ich noch gerne ZUSÄTZLICH zu den jetzigen machen würde: wie zum Beispiel ein paar neue Gegenden erkunden und eine der vielen Einladungen aus Regierungs- und Kirchenkreisen aus anderen Gebieten annehmen, um dort Buchführungskurse zu machen usw. - aber irgendwie ist das alles ein wenig illusorisch, weil diese Gebiete alle nur per Flugzeug und Boot erreichbar sind und daher für jeden Kurs mindestens ein bis zwei Wochen einkalkuliert werden müssen. Doch diese Vorhaben stehen momentan noch auf der Warteliste, denn schließlich wollen unsere Kinder ihre Mama auch ab und zu sehen, da der Papa ebenfalls häufig unterwegs ist. So haben wir uns im letzten Jahr trotz des vollen Terminkalenders bewusst Zeit dafür genommen, mit unseren Kinder in gemütlicher Atmosphäre deutsche Weihnachtslieder zu singen. In Ermangelung an Weihnachtsliederbüchern kam ich auf die Idee, die Lieder im Computer mit Power point zu präsentieren und stellte fest, dass die Kinder begeistert waren, da sie den Text vom Laptop der neben dem Weihnachtsbaum stand auch bei Kerzenschein sehr gut lesen konnten. Moderne Technik mit kabelloser „Mouse“ macht es möglich immer zur nächsten Strophe zu „klicken“, ohne dass man sich viel bewegen muss. So hatte jeder die Hände frei für alle möglichen Instrumente und das ergab ein munteres Treiben. Auch Heilig Abend war ein schönes Fest mit unseren drei eigenen und unseren drei Pflegekindern sowie Amelie, unserer treuen Lehrerin für die Fernschule. Sie hat mit Julia zusammen wahre Backkünste vollbracht, so dass wir an Heiligabend sogar einen selbstgebackenen Stollen genießen konnten. Es ist erstaunlich, wie man sich über so einen Stollen freut, wenn man ihn nicht irgendwo kaufen kann, wie bei euch zum Beispiel bei Aldi oder beim Bäcker. Zwei Tage vor Silvester fuhren wir als Familie zusammen mit den Freunden unserer Kinder im Boot zum Zelten an den zwei Stunden entfernten „Paradiesstrand“. Es war ein lang

ersehnter Wunsch von Jan und Julia. Trotz Dauerregen war es für die Kinder ein unvergessliches Erlebnis. Der gegrillte Fisch und die selbst gefangenen Krabben waren sehr lecker und das rauchig schmeckende im Blechtopf über dem Feuer abgekochte Wasser aus einem Süßwasserteich gab dem Kaffee einen echten Dschungelgeschmack. Trotz Tropen haben wir sogar gefroren als wir nachts im Zelt unfreiwillig „duschten“ und irgendwann nach Mitternacht klatschnass in eine Hütte „flohen“. Wer kommt auch schon auf die Idee mitten in der Regenzeit am Tag vor Silvester zelten zu gehen? Als wir wieder zu Hause waren, hatten wir richtig Mühe, nicht schon vor dem Feuerwerk einzuschlafen, das in unserer Straße ziemlich geknallt hat (wir selber haben allerdings nur mega-große Wunderkerzen entzündet). Danach haben wir trotz der Discomusik aus dem Nachbarhaus, die aus riesigen Boxen zu uns herüberdröhnte, gut und lange geschlafen.

 

Wie bereits im letzten Brief versprochen erzählt Rainer jetzt ein wenig von den Entwicklungen der Abendbibelschulbewegung:

Die letzten Monate waren für mich (Rainer) mit  verschiedenen Unterrichtsprogrammen in den Abendbibelschulen sowie mit Absolvierungsfeiern gefüllt. In den Monaten November und Dezember konnten wir  in vier Städten, nämlich in Abepura, Sentani, Biak und Wamena,  Absolvierungen der dortigen Abendbibelschulklassen mit jeweils 28, 46, 43 und 60 Absolventen feiern. Damit haben wir nun seit der Gründung der Abendbibelschulen in Papua im Jahre 1999 bis zum jetzigen Zeitpunkt insgesamt 34 Abendbibelschulklassen mit 1.217 Absolventen abgeschlossen. Zur Zeit sind 10 Klassen noch voll im Gange und weitere 8 Klassen werden Anfang des neuen Jahres beginnen. Es ist für uns schon ein Wunder zu sehen, wie Gott uns durch diese Jahre hindurch geholfen hat, so dass die Abendbibelschulen in inzwischen 14 Städten Papuas immer selbständiger werden konnten. In der nahen Zukunft werden in manchen Städten sogar mehrere Klassen in den dortigen Gemeinden parallel laufen und fast alle Kurse werden von einheimischen Lehrern und Pfarrern mit Hilfe guten Unterrichtsmaterials unterrichtet. Ich persönlich kann mich vor allem auf drei Neugründungen in den Städten Fak-Fak, Kaimana und Teminabuan konzentrieren. Wenn uns dies mit Gottes Hilfe gelingen würde (Anfragen der dortigen Gemeinden haben wir schon), dann gäbe es bereits in diesem Jahr in allen größeren Städten Papuas Abendbibelschulen. Betet für uns, dass uns Gott dafür Gnade und Hilfe schenkt! Die Gemeinden in Papua brauchen eigenständige und fähige Gemeindemitglieder, die sich - gegründet auf einem soliden biblisch-theologischen Wissen - in den Gemeinden und in der Gesellschaft mit ihren Gaben und Fähigkeiten engagieren,.    

 

Ich persönlich hatte in den letzten Monaten sehr viele Predigtdienste, Evangelisationsabende und Schulungsseminare in verschiedenen Städten Papuas. Besonders die drei Evangelisationsabende auf dem großen Hafenplatz in der Stadt Fak-Fak, im südlichen Teil des „Vogelkopfgebietes“, wo ich zum Predigen und Singen eingeladen wurde, waren sehr beeindruckend für mich. Tausende von Menschen kamen zum fröhlichen Fest mit Musik, Predigt und gemeinsamen Tanz. Vor allem durfte ich erleben wie viele Menschen von okkulten Bindungen und Praktiken befreit wurden weil sie sich bewusst im Gebet davon lossagten. Ich sah selbst eine Anzahl von Menschen, die körperliche und seelische Heilungen erfuhren und durfte sehen, wie durch Gottes Kraft manche Familien wieder zusammenkommen konnten, die zuvor jahrelang oder gar jahrzehntelang miteinander verfeindet waren. Ich bin immer wieder neu über die Macht des Wortes Gottes und das Wirken des Heiligen Geistes erstaunt! Das menschlich gesehen Unmögliche, kann ER möglich machen!

 

Vom 26.-28 Dezember wurde ich nach Kaimana (im südlichen Teil Papuas) zu einer großen gemeinsamen Weihnachtsfeier von allen Kirchen zusammen mit der Regierung eingeladen. Die Veranstaltung wurde auf dem Stadtplatz abgehalten, so dass sich tausende von Menschen versammelten. Die Einwohner der Stadt Kaimana sind zu 50% christlich und zu 50% muslimisch, aber sie leben sehr friedlich miteinander, was für Indonesien sehr vorbildlich ist. Meine Pastorenkollegen sagten mir, dass noch nie so viele Menschen zu einer Veranstaltung auf dem Stadtplatz gekommen wären. Ich hatte das große Vorrecht dort evangelistisch zu predigen und einige Lieder zu singen. Außerdem sprach ich noch über biblische Prinzipien für ein friedlich-tolerantes Zusammenleben und konnte verschiedene Ausführungen hinsichtlich des christlichen Auftrages zum Aufbau der Stadt Kaimana weitergeben. Die Ressonanz war sehr erfreulich.  Der muslimische Landrat sagte sogar in seiner Begrüßungsansprache, dass er mich  noch gerne einige Male nach Kaimana einladen möchte und dass die Regierung einige Evangelisationsveranstaltungen in den Bezirken und sogar das Abendbibelschulprogramm für Kaimana finanzieren möchte! Es war überwältigend zu sehen wie Gott Türen öffnet!

 

Ein herzliches Dankeschön möchten wir an euch alle weitergeben, die ihr unser Wirken hier in Papua mit euren Gebeten und Gaben möglich macht. Gott segne euch dafür. Bitte betet für unsere Gesundheit und dafür, dass wir noch mehr lernen, Prioritäten zu setzen und die Zeit mit der Familie nicht immer für übermäßig viele Dienste opfern… Ende des Jahres waren wir mit unseren Kräften nicht mehr ganz so gut ausgestattet und hatten das Gefühl, wir bräuchten mal eine Verschnaufpause. Diese werden wir uns dann wohl im März mit ein paar Urlaubstagen gönnen, da im Dezember, außer unserem Zelttag, kein Urlaub möglich war.

 

Wir wünschen Euch allen ein gesegnetes und ein gutes Neues Jahr! Gott segne euch

 

Eure Heidi, Rainer, Julia, Jan und Benjamin

 

Wir können unsere Arbeit hier nur mit eurer Unterstützung tun. Die Kontoverbindung für Spenden ist folgende: 

Name: CFI

Bank: EKK Stuttgart

BLZ 600 60606

Konto: 415 901

Verwendungszweck: Rainer und Heidi Scheunemann, Papua

PS: Wir freuen uns auch, wenn ihr uns schreibt (per Post oder Email) oder anruft (das geht von Deutschland aus mit Billignummern schon für 2-3 Cent pro Minute. Von hier aus nach Deutschland kostet es ca 1,20 Euro pro Minute!)

Unsere Telefonnummer ist 0062-967-572550.

Julia hätte gerne eine Brieffreundschaft mit einem gleichaltrigen Mädchen in Deutschland. Sie ist 13.
Ihre Postadresse ist: Julia Scheunemann, Kotak Pos 345; Abepura 99351; West-Papua; Indonesien

Unsere Emailadresse ist heidi_scheunemann(at)yahoo.de (das ist ein Unterstrich zwischen Heidi und Scheunemann).

Skype funktioniert leider momentan nicht, da unser Modem Probleme macht.

 

Unsere Einsatzbereiche in Papua  
  Theologischer Unterricht
Abendbibelschule
Gemeindedienste
Evangelisationen
Kindergottesdienst
Teenclub
Strassenkinderarbeit
Kinder- und Jugendfußballförderung
Indonesische Frauen-Fussball-Nationalmannschaft
Mädchen-Volleyballclubs "Haleluya"
Kleinunternehmerberatung
Strategien zur Armutsbekaempfung
Wirtschaftsschule
Capacity builing (Coaching von Junglehrern)
Leiterschaftstraining
Musik (VCD-produktionen)
Aids-Aufklärung
 
Werbung  
   
Heute waren schon 5 Besucher (29 Hits) hier!
=> Willst du auch eine kostenlose Homepage? Dann klicke hier! <=