Familie Heidi und Rainer Scheunemann in Papua
 
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2006-09 Freundesbrief Nr. 22

Papua-Freundesbrief Nr. 22 
– HEUTE SUPERKURZ – NUR 2 SEITEN!!! 

  

Waena, den 26. September 2006

Ihr Lieben,

 

seit wenigen Tagen sind wir als Familie wieder vereint. Rainer kam am Freitag nach Hause, nachdem er zuvor in England seine internationale UEFA-B-Fußballtrainerlizenz erworben hat. Der Kurs war sehr anstrengend, und deshalb war sich Rainer zwischendurch nicht so ganz sicher, ob er es schaffen wird. Aber letztendlich hat es sich gelohnt, denn er bekam von allen 40 Teilnehmern aus insgesamt 17 teilnehmenden Nationen die besten Prüfungsnoten. Das war echt super und hat bestätigt, dass es richtig war diesen Schritt zu tun. Hier in Papua hat die erworbene Lizenz einen hohen Stellenwert und wird es Rainer erleichtern sich bei Regierungskreisen noch mehr für die Fußballjugendarbeit einzusetzen. Er bekam sogar sofort von einem befreundeten Manager ein Angebot, eine Erst-Liga-Mannschaft in Java zu trainieren, aber das hat er natürlich abgelehnt, da im Moment die Abendbibelschularbeit hier in Papua erste Priorität hat. Aber es ist schön zu wissen, dass es Interessenten gibt.

 

Ich habe vor sechs Wochen neben dem Volleyballtraining noch zusätzlich mit regelmäßigem Fußballtraining für Mädchen angefangen. Es kamen bisher regelmäßig zwischen 18 und 26 Kinder. Anfang Oktober werden wir wieder Turniere für vier Altersklassen anbieten und bereits seit Wochen bereiten sich die Teams darauf vor und fragen ständig nach, wann es endlich losgeht. Diese Turniere bieten eine große Chance für die Kinder, ihr Können zu zeigen, Selbstbewusstsein zu erlangen und auch für ein Fußballinternat „entdeckt“ zu werden. Wir wollen uns verstärkt für die Förderung von Fußballinternaten einsetzen, da diese den Kindern neben dem Sport auch eine gute Schulausbildung ermöglichen und den besten Kindern die Chance bieten, später eine Profifußballkarriere zu beginnen, womit sie finanziell abgesichert wären.  Da sehr viele talentierte Kinder aus armen Familien kommen, ist dies die einzige wirkliche Chance für sie, aus ihrem bisherigen Trott herauszukommen.

 

Derzeit spielen schon vier meiner Volleyballmädchen für die Papuaauswahl der Schüler mit. Das ist kaum zu glauben, aber wahr…und vor ein paar Tagen bekam ich die Nachricht, dass sie bei einem Turnier aller östlichen indonesischen Provinzen in Gorontalo, Nord-Sulawesi, den ersten Platz errungen haben. Ich bin mächtig stolz auf die Mädels. Allerdings hoffe ich, dass die Internatsleitung bald dafür sorgt, dass die Mädchen auch ihr Schulgeld und ihr Taschengeld rechtzeitig bezahlt bekommen. Leider läuft das nicht immer so, wie es sollte.

 

Es gibt aber neben diesen Erfolgen leider auch traurige Beispiele aus meinem Spielerinnenkader. Es überrascht zwar hier niemanden wirklich, aber fünf der 15-19-jährigen Mädchen, die seit langem bei mir trainiert haben, haben inzwischen schon selbst Kinder - alle ungewollt und keines davon wächst mit Vater auf, weil die sich gewöhnlich schnell aus dem Staub machen, um neue „Abenteuer“ zu suchen.  Obwohl ich mich seit Jahren sehr um die Mädchen bemühe, wohnen sie eben doch in ihrem Dorf und sind dort vielen negativen Einflüssen ausgesetzt. Am schlimmsten ist in Yoka die Alkoholsucht vieler männlichen Erwachsenen und so sind die Mädchen auch sexuellen Übergriffen gegenüber oft machtlos (oder sie lassen sich in ihrer Suche nach Liebe einfach mit den falschen Jungs ein). Letzte Woche kam wieder eine der jungen Mütter weinend zu uns, weil sie nicht weiter wusste. Nun hat sie auch noch eine seltsame Krankheit bekommen, die Geschwüre verursacht und deshalb muss sie operiert werden, wofür sie natürlich kein Geld hat. Leider hilft es oft nicht, die Kinder vor falschem Umgang zu warnen oder ihnen im Jugendclub Hilfe anzubieten. Manche machen dennoch genau das Gegenteil von dem, was gut für sie wäre und kommen erst dann zur Vernunft, wenn sie am Boden zerstört sind und nicht mehr weiterwissen. Das ist manchmal einfach traurig. Vor allem wenn manche Mädchen, die schon einige Jahre mit dabei sind, plötzlich nicht mehr ins Training oder zum Jugendkreis kommen, weil sie „sich verliebt haben“… und dann eben Monate später ohne Mann aber mit Kind weinend vor der Tür stehen.

 

Oftmals ist es nicht einfach, die Herzen der Kinder zu erreichen, die schon von klein auf nur Ablehnung erfahren haben und manchmal wirklich wie versteinert sind. Ein Mädchen hatte ihr Leben Jesus übergeben, als sie schwanger wurde, weil ihr klar wurde, wie sie zuvor ziellos vor ihm davongelaufen war. Sie hat sich danach gegen eine Abtreibung ausgesprochen (die ihr Vater eigentlich wollte) und sich zu dem Kind bekannt. Ihre Mutter half ihr dann mit der Betreuung des Babys, so dass sie ihre Schulausbildung beenden konnte. Letztes Jahr erzählte sie einmal im Jugendkreis, wie Gott ihr Kraft und Ruhe gegeben hat, mit Anfeindungen aus ihrer Umgebung fertig zu werden. Das war sehr bewegend. Aber nun – ein Jahr später - ist sie wieder „verliebt“ und von zu Hause ausgezogen, während sie das kleine Mädchen bei der Großmutter gelassen hat. Mir sagte mal ein Einheimischer, dass auf diesem Dorf ein Fluch liege, der verhindere, dass die Menschen erfolgreich sind. Es ist auch zu sehen, dass oft diejenigen Mädchen, die gerade beginnen, ihr Leben neu zu ordnen, wieder in alte Gewohnheiten zurückfallen, weil sie sich einfach nicht ganz von ihnen trennen wollen. Nur wenige aus Yoka schaffen es, ihr Leben dauerhaft in den Griff zu bekommen, eine gute Ausbildung zu machen, die ihnen ermöglicht einen Job zu finden, mit dem sie auch finanziell über die Runden kommen ohne anderen auf dem Geldbeutel zu liegen und ohne Alkoholeinfluss ein friedliches Familienleben zu führen. Trotz vieler Frustrationen ist die Arbeit mit den Mädchen sehr, sehr wichtig. Manchmal dauert es einfach eine Weile bis der gepflanzte Same aufgeht… - aber ich glaube dennoch fest daran, dass das Wort Gottes sie irgendwie erreichen kann und sich tief in ihren Herzen verwurzelt, denn nur dann haben sie wirklich eine Hoffung auf Veränderung ihrer Lebensumstände. Manchmal ist es auch einfach vorgelebtes Handeln, dass die Kinder zum Umdenken anregt. Vieles hat sich im Umgang der Mädchen miteinander schon verändert. Bitte betet für die Mädchen des Volleyballclubs „Haleluya“ in Yoka.

 

Dass ich das Training wieder leite, heißt leider nicht, dass ich nach meiner Blinddarmentzündung schon wieder fit bin. Leider konnte ich noch nicht selbst aktiv beim Training mitspielen, was ich sonst immer gerne getan habe. Aber so muss ich lernen, geduldig zu sein. Eine böse Nasennebenhöhlenentzündung hatte mir zusätzlich zwei Wochen starke Kopfschmerzen beschert, die sich anfühlten, wie wenn man Zahnschmerzen und Ohrenschmerzen gleichzeitig hat. Unglücklicherweise fiel mein „workshop“, den ich fünf Tage lang zum Thema „money management“ gehalten habe, genau in diese Zeit. Es war echt ein Wunder, dass ich durchgehalten habe, denn mein Kopf dröhnte so stark, dass ich nach jedem Unterrichtstag nur noch ins Bett gefallen bin. Gott hat mir echt jeden Tag Kraft gegeben. Selten habe ich das so intensiv gespürt wie in dieser Woche, in der ich immer kurz davor war, den Unterricht abzusagen, es aber dann doch durchgezogen habe, weil kein anderer Lehrer zur Verfügung stand. Im Endeffekt war es immer eine super Unterrichtsatmosphäre und im Nachhinein bin ich sehr froh, dass ich es gemacht habe, denn mein neues Unterrichtsmaterial, das ich noch einmal erweitert und verbessert habe, kam diesmal so gut an, dass ich es jetzt endlich zu einem kleinen Büchlein ausarbeiten und zum Verteilen benutzen möchte. Es soll den Einheimischen mit konkreten praktischen Anweisungen für den Alltag helfen, den Umgang mit ihrem Geld besser zu regeln und Möglichkeiten zu schaffen, das eingesparte Geld als Eigenkapital für den Aufbau eines eigenen Unternehmens zu nutzen, anstatt immer abhängig von externen Geldgebern zu sein. Es ist nämlich gewöhnlich so, dass viele Leute eigentlich genug Geld hätten, wenn sie es nur nicht für zweitrangige Dinge verschwenden würden. Die meisten Teilnehmer staunen wirklich nicht schlecht, wenn ihnen dies während des Unterrichts selbst bewusst wird. Ich habe das Unterrichtsmaterial immer wieder verbessert und auf den hiesigen Kontext anzuwenden versucht, aber jetzt habe ich zum ersten Mal den Eindruck, dass es wirklich druckreif ist. Es kamen durchweg positive und dankbare Reaktionen der Studenten, so dass ich wieder einmal gemerkt habe, wie richtig es war, nach Papua zurückzukehren. Wir sind hier einfach an der richtigen Stelle! Besonders dankbar bin ich dafür, dass uns seit August 2006 Amelie Bletscher als Lernhelferin von Co-workers International (Stuttgart) mit dem Unterricht von Julia, Jan und Benjamin hilft, denn nur so kann ich überhaupt solche mehrtägigen „workshops“ machen. (Früher musste ich die Kinder selbst unterrichten). Die Kinder haben jetzt viel mehr Spaß beim „Schule machen“ und es klappt prima. Tabea Jöst, die uns im letzten Jahr mit dem Unterrichten geholfen hat, ist nach ihrem einjährigen Einsatz in Papua inzwischen schon wieder in Deutschland und vermisst ihre vielen neu gewonnenen Freunde hier.

 

Auch im Kindergottesdienst helfe ich wieder mit wie zuvor. Meine Gruppe wurde inzwischen geteilt, weil es „zu viele“ Kinder wurden und so mache ich jetzt mit den 15-19-jährigen biblischen Unterricht, während die 12-14-jährigen, die ich vorher auch in der Gruppe hatte, jetzt von einem neuen Lehrer Unterricht bekommen. Manchmal ist es gar nicht so einfach, immer irgendwelche mitreißende Ideen zu bekommen, die die Jugendlichen begeistern. Aber ich freue mich immer, wenn sie aufpassen und mitarbeiten und hoffe, dass auch in ihren Herzen ein Same aufwächst. Letzte Woche hat sich ein 16-jähiger Junge sogar nach dem Unterricht strahlend bei mir bedankt. Das war wirklich interessant, denn das hat man bei Jungs in diesem Alter ja nicht allzu oft… viele der Jungs sind sehr verschlossen, wenn es um Themen geht, die zur Herzenssache werden könnten (aber das ist ja in Deutschland wohl nicht anders).

 

Da ich von CFI gebeten wurde, nicht so lange Rundbriefe zu schreiben (aber dafür öfter), werde ich mich heute mal kurz halten, was diejenigen von euch wundern wird, die die bisherigen 8-Seiten-Briefe kennen. Vieles wird auf diese Weise nicht angesprochen werden können, aber vielleicht schreibe ich dann dafür bald mal wieder. Jedenfalls wäre es klasse, wenn ihr für unsere Arbeit betet und zwar ganz kräftig.

Denjenigen von euch, die unsere Arbeit auch finanziell ermöglichen (worauf wir ja jetzt angewiesen sind, da wir nicht mehr Angestellte sind, sondern rein auf Spendenbasis arbeiten) danken wir besonders herzlich. Das ist echt genial! Bitte macht das auch weiterhin gerne. Es macht besonders viel Spaß hier zu arbeiten, wenn wir das Gefühl haben, dass es Freunde in Deutschland gibt, die von ganzem Herzen, auch mit ihrem Geldbeutel diesen Dienst ermöglichen, weil ihnen die Leute in Papua nicht egal sind.

Die Kontoverbindung für Spenden ist folgende:  

Name: CFI

Bank: EKK Stuttgart

BLZ 600 60606

Konto: 415 901

Verwendungszweck: Rainer und Heidi Scheunemann, Papua

 

Für heute grüßen wir euch ganz herzlich. Beim nächsten Mal schreibt dann Rainer wieder etwas über die Abendbibelschularbeit, die übrigens auch während unseres Heimaturlaubes genial weitergelaufen ist. So gibt es jetzt wieder viele neue Gegenden, in denen Schulen eröffnet werden können, weil die „alten“ Schulen bereits auf dem Weg in die Unabhängigkeit sind. Das ist super. Lasst es euch gut gehen und schreibt bitte, wenn ihr noch Fragen habt.

Unsere Emailadresse ist heidi_scheunemann(at)yahoo.de (das ist ein Unterstrich zwischen Heidi und Scheunemann).

Unsere Telefonnummer ist 0062-967-572550.

Unsere Postadresse: Kotak Pos 345; Abepura 99351; Papua; Indonesien

 

Gott segne euch

 

Eure Heidi, Rainer, Julia, Jan und Benjamin
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